Die 90er waren die Zeit, in der normale Leute sich ein normales Leben gut leisten konnten. Urlaub, Einkauf, Disco, Wohnen, alles hatte noch Luft.
Urlaub mit Broten und Straßenatlas
Am Abend vor der Fahrt sagte der Vater: „Wir müssen früh los, sonst stehen wir im Stau.“ Also wurde um vier Uhr morgens gestartet. Die Kinder waren noch halb im Schlaf. Die Mutter hatte Brote geschmiert. Der Kaffee war in der Thermoskanne. Der ADAC-Straßenatlas lag vorn im Auto. Dann ging es Richtung Süden, über den Brenner, an die Adria, nach Rimini, Jesolo oder an den Gardasee. So fuhr man damals in den Urlaub. Einfach, bezahlbar und voller Vorfreude.
Dorfdisco, D-Mark und Currywurst
Der Samstagabend brauchte kein Mobiltelefon und keine langen Absprachen. Man zog die beste Jeans an und fuhr in die Tanzkneipe im Umkreis. Dort traf man die Leute, die man kannte. Manchmal traf man auch die, die man lieber erst später wiedersehen wollte. Ein Zehnmarkschein hatte noch Kraft. Ein Getränk, vielleicht eine Runde für Freunde, und am Ende noch eine Currywurst an der Bude. Mehr brauchte ein guter Abend nicht.
Tanken und Einkaufen ohne Taschenrechner
Auch die Zapfsäule war damals noch kein Ort für Herzrhythmusstörungen. Man tankte, zahlte und fuhr weiter. Im Supermarkt war es ähnlich. Brot, Käse, Wurst, Limonade, Waschpulver, alles viel billiger als heute. An der Kasse blieb die Laune erhalten. Der Wocheneinkauf war kein Angriff auf die Haushaltskasse. Das Wort „Tafel“ kannte man nur aus der Schule. Dort schrieb der Lehrer mit Kreide.
Wohnen, Sonntag, normales Leben
Auch Wohnen fühlte sich damals anders an. Man schlug die Zeitung auf, sah in die Kleinanzeigen und fand Wohnungen. Niemand musste sich wie bei einer Talentschau anstellen. Für fleißige Familien war sogar das eigene Häuschen mit Garten noch ein erreichbarer Gedanke. Am Sonntag saß man gemeinsam am Tisch ohne Handy. Es gab Braten und später Kaffee. Niemand nannte das Luxus. Es war einfach Leben. Vielleicht liegt genau darin die Wehmut. Nicht alles musste groß sein, damit es sich gut anfühlte.







Kommentare
Ein Kommentar
Die 90 ziger… Wir sind wohl von einer Leihbude in die nächste getrieben worden mit Lohn, nö und wenn ich ehrlich bin,mich hat damals das und das Heutige gleichermaßen angekotzt, warum das dürfte bekannt sein… Berlin ist und bleibt eine ShitHole,besonders krass jetzt und schon lange 🗡️🗡️🗡️🗡️🔨😡👹