Staatliche Agitation funktioniert nur, solange sie sich mit persönlichem Vorteil verbindet – das ist die schlichte Grundwahrheit, die Blogger Wolfgang Prabel auf Prabels Blog in Erinnerung ruft. Wer nichts zu gewinnen hat, hört nicht zu. Das war in der DDR so, im Dritten Reich, und es gilt heute.
Prabel zieht eine historische Linie: Agitation fand immer dann fruchtbaren Boden, wenn Posten und Geld neu zu verteilen waren. Zwei Drittel der Menschen denken, wie er schreibt, nicht weiter als bis zum Gartenzaun. Ist kein persönlicher Vorteil erkennbar, sinkt das Interesse auf null. Im Spätstalinismus wie im heutigen Wokismus wird man mit politischer Hoftrompeterei überzogen – in Kindergarten, Schule, Ausbildung, Beruf. Doch die Ressourcen der Bestechung sind begrenzt. Eine Parteimitgliedschaft brachte 1944 weniger ein als 1934, 1980 weniger als 1950 – und 2026 weniger als vor Corona.
Heute kommen erste Schreckensmeldungen aus der Wirtschaft. Die NGO-Finanzierung lässt sich kaum noch steigern, gut dotierte Posten bei Rundfunkanstalten, Theatern und Klimavereinen sind hart umkämpft. Für nachrückende Eiferer herrscht Verwendungsstau. Dazu kommt die KI-Angst: Viele der bestbezahlten Systemjournalisten und Kulturfunktionäre fürchten, durch Algorithmen ersetzt zu werden.
In diesem Kontext sieht Prabel den vielkritisierten Schulbus, der eine eingesperrte Alice Weidel zeigen soll, als Symptom – nicht als Strategie. Nicht als mächtige Propaganda, sondern als Zeichen der Verzweiflung. Das Regime schickt sein letztes Aufgebot, und die Schüler, so Prabel, können den Angstschweiß des Establishments bereits riechen.
Die Parallele zu Stalingrad oder zum Paneuropäischen Picknick 1989, das die DDR-Massenflucht auslöste, zieht Prabel bewusst: Der Wendepunkt ist noch nicht da – aber er kommt. Systeme, die ihre Nutznießer nicht mehr bezahlen können, verlieren sie. Das ist keine Frage der Moral, sondern der schlichten Kosten-Nutzen-Rechnung.






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