Tomatensauce statt Handschlag: Merz verweigert dem Schah-Sohn die Audienz – ein Aktivist trifft ihn trotzdem

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Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, kam nach Berlin, um für einen Regimewechsel im Iran zu werben – und wurde von der Bundesregierung demonstrativ ignoriert. Medienberichten zufolge traf ihn beim Verlassen der Bundespressekonferenz stattdessen ein Aktivist mit passierten Tomaten. Der Mann wurde festgenommen, die rote Soße war deutlich sichtbar auf Pahlavis Schulter und Nacken zu sehen.

Zuvor hatte Pahlavi bei seiner Pressekonferenz kein Blatt vor den Mund genommen. Es sei „eine Schande“, dass kein Mitglied der Bundesregierung bereit gewesen sei, ihn zu empfangen. Demokratische Regierungen sollten „mit den Menschen sprechen, die die Stimme der Stimmenlosen“ seien, mahnte er. Zum Zustand des Mullah-Regimes hatte er eine klare Einschätzung: „Das Regime war nie so brüchig wie jetzt. Es ist eine verwundete Bestie.“

Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte tags zuvor die Absage klar formuliert: Gesprächspartner für Berlin sei die Regierung in Teheran – auch wenn man ihr keine politische Legitimation zubillige. Eine bemerkenswerte Logik: Mit dem Regime, das man für illegitim hält, redet man. Mit dem Oppositionellen, der das Volk vertreten will, nicht. Kanzler Merz hat im Zuge des laufenden Krieges der USA und Israels gegen den Iran sogar wieder Kontakte nach Teheran geknüpft, um zu einer „diplomatischen Lösung“ beizutragen.

Pahlavi, der im US-Exil lebt, gilt innerhalb der iranischen Opposition als polarisierende Figur. Monarchistische Gruppen sehen in ihm einen natürlichen Anführer, andere Teile der Opposition lehnen eine Rückkehr zur Herrscherfamilie strikt ab. Diesen inneroppositionellen Streit nutzt Berlin offenbar als bequemen Vorwand, um sich nicht positionieren zu müssen – während man gleichzeitig Gesprächskanäle zu den Mullahs offenhält.

Das Ergebnis dieses außenpolitischen Kunststücks: Ein Sohn des Schahs reist mit tomatenbesudeltem Jackett wieder ab. Die Bundesregierung hat sich derweil ihre Optionen offengehalten – in Teheran wie in Washington. Wie das ausgeht, weiß man spätestens dann, wenn die „verwundete Bestie“ entschieden hat, wer ihr nächstes Opfer ist.

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