Porsche streicht Jobs: Letztes Warnsignal für das Autoland Deutschland

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Symbolbild: Premium-Autobau unter Druck
Symbolbild: Premium-Autobau unter Druck.

Porsche galt lange als jener deutsche Autobauer, der jede Krise irgendwie besser wegstecken konnte als der Rest der Branche. Premium, hohe Margen, zahlungskräftige Kundschaft. Genau deshalb ist die neue Nachricht so gefährlich: Laut Handelsblatt prüft Porsche einen weiteren Abbau von bis zu 4.000 Stellen. Bereits zuvor hatte der Sportwagenbauer den Wegfall von rund 1.900 Jobs bis 2029 angekündigt, hinzu kommen auslaufende befristete Verträge.

Wenn ein Massenhersteller spart, kann man das mit Preiskampf, Rabattdruck oder schwacher Konjunktur erklären. Wenn aber im obersten Preissegment der Rotstift angesetzt wird, ist das ein anderes Signal. Porsche verkauft keine Vernunftautos für Pendler, sondern Status, Leistung und Luxus. Wenn selbst dort Käufer vorsichtiger werden, dann ist in der deutschen Industrie mehr kaputt als nur ein Quartalsergebnis.

Der Druck kommt von mehreren Seiten. In China, lange ein Goldesel der deutschen Premiumhersteller, schwächelt Porsche seit geraumer Zeit. Lokale Hersteller holen technisch auf, Elektroautos aus China sind längst keine belächelten Kopien mehr, und europäische Marken verlieren genau dort an Glanz, wo sie jahrelang Traumrenditen eingefahren haben. Gleichzeitig belastet die teure Elektrostrategie, während viele Kunden im Luxussegment offenbar weiter an Verbrennern hängen oder ihre Kaufentscheidung verschieben.

Dazu kommt der deutsche Standort selbst: hohe Energiepreise, Bürokratie, politische Planwirtschaft beim Antrieb, wackelige Lieferketten und eine Regierungspolitik, die Industrie gern moralisch belehrt, aber selten entlastet. Die Autobranche wurde in eine Transformation gedrückt, deren Kosten real sind, während die versprochenen neuen Märkte längst nicht so zuverlässig liefern wie in den Hochglanzfolien der letzten Jahre.

Porsche ist damit kein Einzelfall, sondern ein Warnschild. Volkswagen, Zulieferer, Chemie, Maschinenbau: Überall wird gespart, verlagert, gestrichen oder eingefroren. Der Unterschied ist nur, dass Porsche bisher wie die glänzende Ausnahme wirkte. Wenn nun auch dort Tausende Jobs zur Disposition stehen, dann erreicht die Krise den Bereich, in dem Deutschland eigentlich noch Weltklasse sein wollte.

Für das Autoland Deutschland ist das ein letztes Warnsignal. Wer glaubt, man könne eine Schlüsselindustrie mit Verboten, Auflagen, Strompreis-Ignoranz und ideologischer Technologiepolitik in die Zukunft zwingen, bekommt nun die Rechnung. Erst sparen die Kunden. Dann sparen die Konzerne. Am Ende zahlt der Standort.

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