Laut der offiziellen Pressemitteilung des Landes NRW zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 ist Nordrhein-Westfalen „insgesamt wieder etwas sicherer geworden“. Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht von einem Rückgang der Straftaten um drei Prozent. Doch hinter der Jubelmeldung steckt eine Realität, die alles andere als beruhigend ist.
Zwar sank die Gesamtzahl der registrierten Straftaten leicht auf rund 1,36 Millionen Fälle, doch fast jede zweite Tat bleibt weiterhin unaufgeklärt. Die Aufklärungsquote liegt bei 53,7 Prozent – im Klartext: 46 Prozent aller Straftaten in NRW bleiben ohne Täter. Von „Sicherheit“ kann also nur bedingt die Rede sein.
Besonders alarmierend sind die Zahlen zur Messerkriminalität. 7.200 Fälle, 49 Tote – statistisch stirbt in Nordrhein-Westfalen jede Woche ein Mensch durch einen Messerangriff. Gleichzeitig registrierte die Polizei 508 Fälle von Mord und Totschlag. Auch wenn Reul von einer „leichten Entspannung“ bei Gewaltdelikten spricht, zeigen diese Zahlen eine brutale Realität auf unseren Straßen.
Noch dramatischer ist die Entwicklung bei Sexualdelikten. Die Fallzahlen stiegen um 5,2 Prozent. Seit 2019 haben sie sich von rund 15.000 auf über 32.000 mehr als verdoppelt. Die Zahl der Vergewaltigungen legte um 8,5 Prozent zu. 3.784 Menschen wurden 2025 Opfer einer Vergewaltigung. Auch beim sexuellen Missbrauch von Kindern meldet die Statistik einen weiteren Anstieg auf mehr als 4.500 Fälle. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.
Ein Rückgang zeigt sich bei der Rauschgiftkriminalität, insbesondere bei Cannabis. Allerdings ist das wenig überraschend, da der Bund 2024 Besitz und Anbau teilweise entkriminalisiert hat. Weniger Anzeigen sind hier eher Folge einer Gesetzesänderung als eines sicherheitspolitischen Erfolgs.
Brisant bleibt zudem der Blick auf die Tatverdächtigenstruktur. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt bei Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße bei rund 35 Prozent – bei einem Bevölkerungsanteil von etwa 16 Prozent. Bei Mord und Totschlag, Raub oder Wohnungseinbruch ist der Anteil nochmals deutlich höher.
Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion NRW, Markus Wagner, kritisiert daher die Darstellung des Innenministers scharf. Schon die Formulierung, NRW sei „insgesamt wieder etwas sicherer geworden“, sei angesichts tausender Messerangriffe und steigender Sexualdelikte zynisch. Messerangriffe und Sexualverbrechen stünden nachweislich in starker Korrelation zu offenen Grenzen und ausbleibenden Rückführungen ausländischer Straftäter. Eine echte sicherheitspolitische Wende werde es nur mit einer grundlegenden Kehrtwende in der Migrationspolitik geben.
Während die Landesregierung auf Prozentzahlen verweist, bleiben die Opfer real. Jede Woche ein Messertoter. Tausende Sexualdelikte. Tausende nicht aufgeklärte Straftaten. Die Frage ist nicht, ob die Statistik „etwas besser“ aussieht – sondern ob sich die Menschen im Alltag tatsächlich sicherer fühlen.




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