Ein kosovarischer Jugendlicher, der im September 2025 in Essen gezielt auf Ungläubige und Menschen jüdischen Glaubens losging, steht nun vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage wegen dreifachen versuchten Mordes erhoben, wie der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof mitteilt.
Erjon S., zum Tatzeitpunkt noch Jugendlicher mit attestierter Verantwortungsreife, folgte einer islamistisch-jihadistischen Ideologie. Anfang September 2025 fasste er den Entschluss, selbst in den Jihad gegen vermeintlich Ungläubige zu ziehen. Er wählte gezielt Personen aus seinem Umfeld: einen Hausmeister und eine Lehrerin. Darüber hinaus beabsichtigte er, möglichst viele Menschen jüdischen Glaubens zu töten.
Am frühen Morgen des 5. September 2025 erschien Erjon S. bewaffnet mit einem langen Messer zunächst an einer Essener Grundschule. Dort schlug er auf den Hausmeister ein und besprühte ihn mit Pfefferspray. Da sich der Mann zur Wehr setzte, konnte das Messer nicht eingesetzt werden. Wenig später griff der Angeklagte seine Lehrerin am Berufskolleg an und stach ihr mehrfach gezielt in den Oberkörper.
Anschließend suchte er zweimal die Alte Synagoge in Essen auf – auf der Suche nach jüdischen Opfern. Da er dort niemanden antraf, stach er einem ihm fremden Mann auf offener Straße in den Rücken. Alle drei Opfer überlebten, trugen teils jedoch schwere Verletzungen davon.
Den Abschluss seiner Anschlagsserie versuchte Erjon S. als Märtyrertod zu inszenieren: Mit vorgehaltenem Messer lief er auf Polizeibeamte zu. Ein Schuss traf ihn im Gesicht. Er wurde noch am Tattag festgenommen und sitzt seit dem 6. September 2025 in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft hatte das Verfahren von der Staatsanwaltschaft Essen übernommen.
Die Anklageschrift legt Erjon S. neben dem dreifachen versuchten Mord – mit den Mordmerkmalen niedrige Beweggründe und Heimtücke – auch gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung zur Last. Das Verfahren läuft vor dem Staatsschutzsenat des OLG Düsseldorf.






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