Nach ihrem juristischen Teilerfolg geht Marine Le Pen sofort in die Offensive. In einem Interview mit dem französischen Sender TF1 kündigte sie an, sie werde bei der Präsidentschaftswahl 2027 kandidieren. Damit folgt die politische Ansage unmittelbar auf die Berufungsentscheidung, über die wir bereits berichtet haben.
Laut aktuellen Berichten von AP und The Guardian wurde die politische Sperre gegen Le Pen so reduziert, dass ihr Weg zur Kandidatur wieder offen ist. Die Verurteilung selbst ist damit nicht verschwunden, doch der Versuch, sie für 2027 aus dem Rennen zu nehmen, ist vorerst gescheitert.
Le Pen präsentierte sich im TF1-Interview entsprechend kämpferisch. Sinngemäß lautet die Botschaft: Das Verfahren stoppt sie nicht, die Fußfessel stoppt sie nicht, das Establishment stoppt sie nicht. Frankreich bekommt damit genau die Konstellation zurück, die viele in Paris offenbar vermeiden wollten.
Politisch ist das mehr als eine Personalie. Wenn eine Kandidatin mit Millionen Wählern erst per Urteil aus dem Rennen gedrängt werden soll und anschließend vor laufender Kamera ihre Kandidatur bekräftigt, wird der Gerichtssaal selbst zum Wahlkampfthema. Le Pen weiß das und nutzt es.
Die französische Rechte hat damit wieder ein klares Zentrum. Der Wahlkampf 2027 beginnt nicht irgendwann, sondern jetzt.




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