Laut Statistischem Bundesamt lebten im Jahr 2025 rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland – das entspricht 26,3 Prozent der Bevölkerung und damit mehr als ein Viertel. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Anteil um 0,5 Prozentpunkte. Seit 2005 ist diese Gruppe um 67 Prozent gewachsen – von 13 auf knapp 22 Millionen Menschen.
Die Zahlen kommen nüchtern daher, doch was sie beschreiben, ist eine der tiefgreifendsten demografischen Verschiebungen in der deutschen Nachkriegsgeschichte. 16,4 Millionen Menschen sind selbst nach Deutschland eingewandert, weitere 5,4 Millionen sind Kinder zweier eingewanderter Elternteile. Und ohne diese Gruppe wäre die Gesamtbevölkerung nicht nur stagniert, sondern um fast eine halbe Million geschrumpft – das räumt Destatis offen ein.
Das Qualifikationsproblem, das niemand laut aussprechen will
Besonders aufschlussreich sind die Bildungsdaten der jungen Eingewanderten zwischen 25 und 34 Jahren. Auf der einen Seite: 33 Prozent haben einen akademischen Abschluss – fast so viel wie in der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe (34 %). Klingt gut. Auf der anderen Seite: 36 Prozent der selbst eingewanderten Jungerwachsenen haben keinen beruflichen Abschluss und befinden sich weder in Ausbildung noch in Bildung. Das ist mehr als doppelt so viel wie im deutschen Durchschnitt (17 %).
Das bedeutet im Klartext, sofern man den Zahlen trauen kann: Deutschland bekommt eine Zuwanderung, die sich stark polarisiert – gut ausgebildete Fachkräfte auf der einen Seite, eine strukturell nicht integrierbare Gruppe auf der anderen. Während 46 Prozent aller 25- bis 34-Jährigen in Deutschland eine duale Berufsausbildung oder Fachschule abgeschlossen haben, gilt das für eingewanderte Gleichaltrige nur in 27 Prozent der Fälle.
Was die Pressemitteilung nicht enthält: Was kostet diese Polarisierung? Wer trägt die Last der 36 Prozent ohne Abschluss, ohne Ausbildung, ohne Perspektive auf dem deutschen Arbeitsmarkt? Darüber schweigt das Statistische Bundesamt geflissentlich.
Die fünf größten Herkunftsländer der 16,4 Millionen Eingewanderten sind Polen (1,5 Mio.), Türkei (1,5 Mio.), Ukraine (1,3 Mio.), Russland (1,0 Mio.) und Syrien (1,0 Mio.) – zusammen 39 Prozent aller in Deutschland lebenden Eingewanderten. Allein diese Zahl zeigt: Die Ukraine-Migration der letzten Jahre hat die Demografie dauerhaft verändert, ob temporär gedacht oder nicht.
Die Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte ist inzwischen auf 56,8 Millionen gesunken – ein Rückgang von knapp 490.000 gegenüber dem Vorjahr. Deutschland schrumpft ethnisch, wächst demographisch nur durch Zuwanderung – und diskutiert trotzdem lieber über Rentenreformen, als diese Realität politisch ernstzunehmen.
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis)






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