Die Europäische Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Jahr 2026 drastisch gesenkt. Statt der im Herbst erwarteten 1,2 Prozent rechnen die Konjunkturexperten nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,6 Prozent. Die Prognose wurde damit faktisch halbiert.
Als Hauptbelastung gelten die hohen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Für Deutschland ist das besonders brisant, weil das Land seine industrielle Stärke seit Jahrzehnten auf bezahlbare und verlässliche Energie gestützt hat. Genau diese Grundlage steht nun erneut unter Druck.
0,6 Prozent Wachstum sind kein Aufbruch, sondern wirtschaftliches Kriechen. Für Arbeitnehmer, Mittelstand und Industrie bedeutet eine solche Prognose: weniger Spielraum, weniger Investitionen, weniger Sicherheit. Wer ohnehin schon mit hohen Strompreisen, Bürokratie und schwacher Nachfrage kämpft, bekommt von Brüssel nun die nächste kalte Dusche serviert.
Besonders bitter ist, dass Deutschland seit Jahren politisch verwundbar gemacht wurde. Erst wurde günstige Energie zur ideologischen Frage erklärt, dann wurden funktionierende Strukturen abgeschaltet, während Unternehmen immer neue Auflagen schultern mussten. Kommt nun ein geopolitischer Preisschock hinzu, trifft er eine Volkswirtschaft, die längst nicht mehr robust dasteht.
Für die Bundesregierung ist die halbierte Prognose ein weiteres Warnsignal. Die Forderungen nach Neuwahlen nehmen selbst in der eigenen Wählerschaft immer mehr zu. Die AfD liegt nicht umsonst in den Umfragewerten vor allen anderen Parteien.
Die neue EU-Prognose zeigt damit nicht nur eine schwächere Zahl. Sie zeigt, wie dünn das Fundament des deutschen Wirtschaftsmodells geworden ist. Ein Land, das Industrie behalten will, kann Energiepreise nicht wie ein moralisches Erziehungsinstrument behandeln. Ohne politische Wende zurück zur Vernunft ist eine Erholung der Wirtschaft nicht in Sicht.





