„Dafür könnte ich dich gleich im Gefängnis behalten“ – Taliban-Funktionär empfängt Schweizer Journalistin mit Drohung

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Taliban Leader / Symbolbild

Eine Schweizer Journalistin sitzt einem ranghohen Taliban-Funktionär gegenüber – in einem Gefängnis in Kabul, das früher eine US-Militärbasis war. Was dabei herauskommt, ist ein Lehrstück in Sachen Frauenverachtung, Propaganda und religiösem Machtanspruch, wie Blick berichtet.

Blick-Reporterin Helena Graf reiste nach Afghanistan – jenem Land, aus dem die meisten Asylsuchenden in die Schweiz kommen. Ihr Interviewpartner: Nazar Mohammad Nasiri, 45, nationaler Direktor für Bildung und Rehabilitierung der Taliban. Schon vor dem ersten Kamerabild setzt er den Ton: Ihre Kleidung entspreche nicht den Regeln. Schienbeine zu sehen, das gehe nicht. „Dafür könnte ich dich gleich im Gefängnis behalten“, sagt er – und meint es nicht als Witz. Nur weil sie aus der Schweiz sei, könne man es vielleicht verzeihen.

Nasiri behauptet, unter den Taliban werde nicht gefoltert – das sei Vergangenheit. Das Taliban-System sei das beste und menschenfreundlichste auf der ganzen Welt. Hinrichtungen nach Scharia? Keine Brutalität, das sei Allahs Gesetz. Die Demokratie hingegen baue Atomwaffen – das sei das eigentliche Problem.

Auf die Frage, warum Frauen kaum einer bezahlten Arbeit nachgehen dürfen, antwortet Nasiri, das sei reine Propaganda. Frauen dürften arbeiten – innerhalb islamischer Regeln. Warum Mädchen ab der sechsten Klasse nicht mehr zur Schule dürfen? „Das wird kommen.“ Wann? Offen. Graf konfrontiert ihn mit einem konkreten Fall: ein Mädchen, Sportlerin, das nach der Taliban-Machtübernahme nicht mehr trainieren durfte, nicht mehr zur Schule gehen durfte – und daraufhin an Suizid dachte. Nasiris Antwort: Frauen dürften zuhause leichte Bewegung machen. „Krafttraining ist nichts für Frauen.“ Und dann, mit breitem Grinsen: „Mit einer starken, muskulösen Frau kann ein Mann nichts anfangen.“

Zwischendurch fragt er die Reporterin, ob sie kochen könne – und ob sie das auch gut tue. Als ihr Kollege bejahend für sie antwortet, nickt Nasiri herablassend. Beim gemeinsamen Mittagessen darf Graf nicht auf dem Teppich mit den Männern sitzen – ihr Teller wird auf einem Couchtisch abseits serviert. Beim Abschied zischt er ihrem Kollegen zu, er solle gefälligst ihre Kameratasche tragen. Sie behält sie.

Am Ende prophezeit Nasiri, Afghanistan werde in zwanzig Jahren das Paradies auf Erden sein – und die Europäer würden dann hierher auswandern wollen. Das Interview dokumentiert, was viele lieber nicht hören wollen: dass die Taliban ihre Weltanschauung nicht verstecken, nicht entschuldigen und nicht reformieren wollen. Und dass aus diesem Land weiterhin Menschen fliehen werden – nicht weil der Westen sie verführt hat, sondern weil die Alternative ein Gefängnis ist. Manchmal buchstäblich.

Quelle: Blick 

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Kommentare

Ein Kommentar

  1. Dr.Faustus hat beschlossen und verkündet 👈

    Ja natürlich,was denn sonst 🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🔨