Drei Kinder, neun, elf und vierzehn Jahre alt, stehen vor verschlossenen Türen. Nicht weil sie sich etwas zuschulden kommen ließen — sondern weil ihr Vater auf einem Elternabend sagte, es gebe zwei Geschlechter. Die Rudolf-Steiner-Schule im Berliner Ortsteil Dahlem kündigte die Schulverträge aller drei Geschwister fristlos, mitten im laufenden Schuljahr. Das älteste Kind war seit acht Jahren an dieser Schule, wie ein YouTube-Bericht der Jungen Freiheit dokumentiert.
Ausgangspunkt war ein Elternabend im September, bei dem sich die neue Biologielehrerin vorstellte — und dabei konsequent genderte. Der Vater fragte nach, ob das ihre private Entscheidung oder ein Schulbeschluss sei. Sie sagte, es sei ihre private Meinung. Er antwortete, es gebe zwei Geschlechter. Ein kurzer Austausch, keine Beschimpfung, kein Eklat — und dennoch der Beginn eines Verfahrens, das seine Kinder am Ende die Schule kostete.
Bei einem Folgegespräch eskalierte die Situation weiter. Die Lehrerin erklärte laut Aussage der Eltern, es sei für sie völlig in Ordnung, wenn sich Kinder als Hunde — konkret: als Welpen — identifizierten. Die Schulleitung bestreitet, dass diese Aussage so gefallen sei, und spricht von einem aus dem Zusammenhang gerissenen Beispiel. Die Eltern sehen das anders: Für sie läuteten alle Alarmglocken.
Daraufhin legte die Schule den Eltern einen neuen Verhaltenskodex vor, den sie unterschreiben sollten. Darin heißt es unter anderem: Die Schule heiße Vielfalt willkommen im Hinblick auf unterschiedliche Geschlechter und sexuelle Identitäten. Die Eltern verweigerten die Unterschrift. Die Schule kündigte daraufhin die Verträge — mit der Begründung eines zerstörten Vertrauensverhältnisses.
Dass der Vater politisch in der AfD aktiv ist, räumt er selbst ein. Ob das eine Rolle gespielt hat, könne er nicht mit Sicherheit sagen. Die Frage, warum eine mögliche Aversion gegenüber dem Vater am Ende die Kinder bestraft, beantwortet die Schulleitung nicht. Sie betont lediglich, die Eltern hätten die Gründe für die Kündigung verkürzt dargestellt, und der Verhaltenskodex diene einem respektvollen Umgang — nicht einer Ideologie.
Für die Kinder bedeutet der Rauswurf den Verlust langjähriger Freundschaften und die pädagogische und soziale Entwurzelung mitten im Schuljahr. Die Eltern sprechen von einer Katastrophe — nicht für sich, sondern für ihre Kinder. Eine Antwort darauf, wie viel Meinungsverschiedenheit Bildungseinrichtungen aushalten sollen und wer am Ende dafür bezahlt, wenn sie es nicht tun, bleibt die Schule schuldig.
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Kommentare
3 Kommentare
Gut, dass die Kinder nun der Waldorfschule entkommen sind. Die Eltern hätten sich über Rudolf Steiner / Anthroposophie erkundigen müssen.
Die Eltern hätten fragen sollen, wo Rudolf Steiner etwas über ein drittes Geschlecht schreibt. Das hätte freilich nichts genutzt, denn so wie sich die Amtskirchen von der Bibel entfernt haben, so haben sich auch viele Waldorfschulen von der „Philosophie der Freiheit“ Rudolf Steiners entfernt.
Bin selbst als Eurythmiebegleiter 2016 fristlos von der Waldorfschule Freiburg-Wiehre gekündigt worden, nachdem bekannt wurde, dass ich mich im Jahr zuvor im Internet kritisch zu Merkels Grenzöffnung geäußert hatte.
Das geht im „grünen“ Freiburg gar nicht. Es sind ober-tolerante Doppel-Moralisten und die Wahl eines grünen MP kürzlich hat gezeigt wie immer noch die meisten BW-the Land-Wähler ticken.
Wer nicht auf deren globalistischer Linie ist und den Nationalstaat nicht als chauvinistisch und überkommen ansieht, ist eben ein Gestriger, nach deren (gemachter) Meinung.
Als großer Flächenstaat kann BW ruhig den Großteil aller Einwanderer bekommen. Wurde dort , in Freiburg, auf ehemaligen Naturschutzgebieten ganz plötzlich, geschi…drauf, Einwanderer-Trabantenstädte geplant.