Auf rund 300.000 Smartphones tickt gerade eine Zeitbombe, die kaum jemand auf dem Schirm hat: Zwischen Mai und August 2026 laufen die ID-Austria-Zertifikate von Hunderttausenden Nutzern ab – und wer die Frist verschläft, darf sich persönlich aufs Amt schleppen und seine digitale Identität von Null an neu aufsetzen, wie krone.at berichtet. Das System soll die Betroffenen zwar automatisch benachrichtigen, aber wer seinem Smartphone nicht blind vertraut, kann den Ablauftermin auch selbst unter id-austria.gv.at nachprüfen.
Wer rechtzeitig reagiert, kommt ohne Amtsgang davon – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen: österreichische Staatsbürgerschaft, ID Austria als Vollversion und ein zweites internetfähiges Gerät müssen vorhanden sein. Die Verlängerung läuft dann über id-austria.gv.at → „ID Austria verwalten“ → „Zugangsdaten & Zertifikat verwalten“, anschließend auf „Ich will meine ID Austria verlängern“ klicken, Zugangsdaten eingeben, am Handy die Signatur bestätigen – fertig. Das Zertifikat gilt dann weitere fünf Jahre.
Wer die Frist verpasst, beginnt von vorne: neues Passfoto, Gang zur Behörde, Neuregistrierung. Die Basisversion der ID Austria ist übrigens noch bis Ende 2028 gültig, Nutzer dieser Version können bis dahin online auf die Vollversion upgraden.
Während der Staat Millionen Bürger durch digitale Pflichtprogramme schleust, gibt es an der ID Austria selbst handfeste Kritik: Die Datenschutzorganisation epicenter.works warnt, dass die aktuelle Lösung es Behörden ermöglicht, die Nutzung zu überwachen – etwa beim digitalen Altersnachweis oder Führerschein. Beim europäischen Pendant, dem „European Digital Identity Wallet“, der ab Ende 2026 EU-weit verfügbar sein soll, sollen Nutzer selbst steuern können, welche Daten sie freigeben. Österreich ist an diesem Projekt bislang nicht beteiligt – man bleibt also vorerst beim heimischen Überwachungskomfort.




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