Wie die Bundespolizei in einer Pressemitteilung berichtet, haben Unbekannte am Samstagabend Betonplatten auf die Gleise der S-Bahn-Strecke zwischen Neuaubing und Westkreuz in München gelegt. Eine stadteinwärts fahrende S-Bahn der Linie S8 überfuhr die Hindernisse gegen 21:20 Uhr mit rund 50 km/h.
Der Lokführer verspürte laut Bundespolizei einen so heftigen Schlag, dass nach seiner Wahrnehmung die Räder des vorderen Drehgestells kurzzeitig abhoben. Er leitete sofort eine Schnellbremsung ein und setzte einen Notruf ab.
Zug beschädigt – 200 Fahrgäste evakuiert
Einsatzkräfte stellten am Triebfahrzeug ein abgerissenes Sandungsrohr sowie beschädigte Laufräder fest. Der Schaden wird nach ersten Angaben der Deutschen Bahn auf mindestens 10.000 Euro geschätzt.
Rund 200 Fahrgäste befanden sich im Zug. Sie blieben glücklicherweise unverletzt, mussten jedoch von Feuerwehr und Rettungskräften aus dem Zug evakuiert werden. Die Weiterreise erfolgte anschließend mit Ersatzbussen.
Elf Betonplatten auf den Gleisen
Am Tatort fanden Polizeistreifen insgesamt elf Betonplatten mit einer Größe von etwa 50 × 40 Zentimetern. Jede Platte wog rund 20 Kilogramm. Sie waren zuvor aus einer Kabelschachtabdeckung entnommen und gezielt auf den Schienenkopf gelegt worden.
Gemeinsam mit Kräften des Polizeipräsidiums München sowie einem Polizeihubschrauber der Bundespolizei wurde der Bereich abgesucht. Die Täter konnten jedoch bislang nicht gefasst werden.
Bahnstrecke stundenlang gesperrt
Die Strecke zwischen Westkreuz und Freiham musste wegen des Vorfalls von 21:26 Uhr bis 00:01 Uhr gesperrt werden. Vier Züge sammelten zusammen 571 Verspätungsminuten, zusätzlich kam es zu 13 Teilausfällen.
Die Bundespolizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht.
Dass jemand 20-Kilogramm-Betonplatten auf S-Bahngleise legt, ist kein „Dumme-Jungen-Streich“, sondern ein lebensgefährlicher Sabotageakt. Dass hier niemand verletzt wurde, ist pures Glück.




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