Zürich liebäugelt mit Basler Steuer-Trick: Der Staat greift direkt in die Lohntüte

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Symbolbild

Wie der Blick berichtet, könnte das Basler Modell bald Schule machen: Nachdem Basel-Stadt beschlossen hat, Arbeitnehmern automatisch einen Teil ihres Lohns für die spätere Steuerzahlung abzuziehen, werden nun auch in Zürich entsprechende Forderungen laut. Was als „Service“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein weiterer Schritt hin zum bevormundenden Staat, der seinen Bürgern immer weniger Eigenverantwortung zutraut.

Die Schweiz galt lange als Gegenmodell zu vielen europäischen Wohlfahrts- und Bürokratiestaaten. Wer Steuern zahlen musste, bekam eine Rechnung und kümmerte sich selbst darum. Das war nicht nur eine technische Frage, sondern Ausdruck eines liberalen Staatsverständnisses: Der Bürger verwaltet sein Geld, nicht der Staat.

Genau dieses Prinzip wird nun aufgeweicht. Offiziell soll das Modell helfen, Steuerschulden zu vermeiden. Tatsächlich bedeutet es aber vor allem eines: Der Staat sichert sich seinen Anteil noch bevor der Arbeitnehmer überhaupt über sein eigenes Einkommen verfügen kann.

Besonders perfide ist dabei die Konstruktion als sogenanntes Opt-out-Modell. Der Steuerabzug erfolgt automatisch. Wer das nicht möchte, muss aktiv widersprechen. Die Voreinstellung lautet also: Der Staat nimmt sich das Geld zuerst, der Bürger muss um seine finanzielle Selbstbestimmung bitten.

Dieses Prinzip kennt man bereits aus anderen Bereichen der Politik. Bürger werden durch psychologische Tricks in die gewünschte Richtung gelenkt, während Politiker anschließend behaupten können, alles sei ja freiwillig. Freiheit wird damit zu einem bürokratischen Antragsverfahren.

Aus libertärer Sicht offenbart die Debatte ein viel größeres Problem. Statt die Steuerlast zu senken oder das Steuersystem zu vereinfachen, wird darüber diskutiert, wie der Staat noch bequemer an das Geld seiner Bürger kommt. Die eigentliche Frage lautet nicht, wie man Steuern früher kassieren kann, sondern warum der Staat immer größere Teile des Einkommens beansprucht.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in der Schweiz. Ausgerechnet das Land, das einst für Eigenverantwortung, direkte Demokratie und eine gesunde Skepsis gegenüber staatlicher Bevormundung stand, übernimmt zunehmend Denkweisen, die man eher aus Deutschland oder Brüssel kennt. Der Bürger wird nicht mehr als mündiger Erwachsener betrachtet, sondern als potenzieller Problemfall, dessen Finanzen vorsorglich vom Staat verwaltet werden müssen.

Heute sind es zehn Prozent des Lohns für die Steuerrechnung. Morgen vielleicht zwanzig. Wer glaubt, dass staatliche Eingriffe kleiner werden, sobald man ihnen einmal zugestimmt hat, hat die Geschichte der Steuerpolitik nicht verstanden.

Die eigentliche Tragik liegt darin, dass viele Menschen solche Maßnahmen inzwischen sogar begrüßen. Freiheit bedeutet eben auch Verantwortung. Wer die Verantwortung abschafft, wird früher oder später auch die Freiheit verlieren. Die Schweiz sollte aufpassen, dass sie nicht genau den Weg einschlägt, vor dem sie ihre Bürger jahrzehntelang bewahrt hat.

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