Wien: Pädagogischer Leiter mit „Satanshörnern“ holt traumatisiertes Mädchen ab – sie springt aus Fenster

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Leerer Kinderstuhl und Stofftier in einem kalten Flur vor einem geöffneten Fenster
KI-generiertes Symbolbild zum mutmaßlichen Versagen der Wiener Kinder- und Jugendhilfe.

Ein mehrfach missbrauchtes zwölfjähriges Mädchen mit panischer Angst vor Männern wurde in Wien ausgerechnet von einem massigen, bärtigen und im Gesicht tätowierten pädagogischen Leiter mit Fleischtunneln und aufschraubbaren „Satanshörnern“ an der Stirn abgeholt. Die Übergabe eskalierte. Das Kind sprang aus einem Fenster im ersten Stock auf den Beton und wurde schwer verletzt. Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe will trotzdem kein fachliches Fehlverhalten erkannt haben.

Der Fall wurde durch die Kronen Zeitung öffentlich. Dem Bericht liegen Gespräche mit einem Whistleblower und fünf Gedächtnisprotokolle zugrunde. Das Mädchen war mehrfach missbraucht worden. Zu Beginn seiner Therapie genügte bereits der Anblick eines Mannes, damit es sich einnässte. Eine Betreuerin empfahl deshalb unmissverständlich: eine gut vorbereitete Übergabe ohne Zeitdruck – und vor allem weibliche Betreuer.

Doch diese Warnung wurde beiseitegeschoben. Wegen „personeller Schwierigkeiten“ war angeblich keine Frau verfügbar. Stattdessen erschien der Geschäftsführer und pädagogische Leiter des Vereins Homebase persönlich. Der große, bärtige Mann ist umfassend tätowiert, auch im Gesicht. Seine Ohrläppchen sind durch Fleischtunnel geweitet. Aus seiner Stirn ragen aufschraubbare Hörner – Satanshörner.

Es geht nicht darum, einen Menschen allein wegen Tätowierungen oder Körperschmuck zu verurteilen. Es geht darum, was diese bewusst extreme Erscheinung bei einem schwer traumatisierten Kind mit dokumentierter Männerangst auslösen musste. Wer einen solchen Mann entgegen der ausdrücklichen Empfehlung weiblicher Betreuung zu dieser Übergabe schickt, handelt entweder blind oder nimmt die Eskalation billigend in Kauf.

Als sich die Zwölfjährige in ihrem Zimmer einschloss, stellte der pädagogische Leiter ihr laut Protokoll ein Ultimatum. Öffne sie nicht freiwillig, werde er das Zimmer betreten – „ob sie wolle oder nicht“. Für ein Missbrauchsopfer, dessen Grenzen bereits auf brutalste Weise verletzt worden waren, muss diese Drohung wie die Ankündigung eines erneuten Übergriffs gewirkt haben.

Das Mädchen kletterte aus dem Fenster und sprang auf den Beton. Unten schrie es: „Ich sterbe lieber, als mit denen mitzugehen.“ Die Rettung bestätigte Frakturen an Arm und Bein sowie ein Polytrauma. Dass das Kind überlebte, grenzte an ein Wunder.

Homebase erhielt allein im Monat des Vorfalls 386.093 Euro von der Wiener Kinder- und Jugendhilfe. Zwei Anfragen nach einer Stellungnahme ignorierte der Verein. Das Büro der zuständigen Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling erklärte dagegen, die Aufsicht der MA 11 habe den Vorfall geprüft und kein fachliches Fehlverhalten des Trägers festgestellt.

Diese Antwort ist kein Ergebnis, sondern ein behördlicher Offenbarungseid. Die Männerangst war bekannt. Weibliche Betreuung war ausdrücklich empfohlen. Trotzdem kam ein optisch maximal einschüchternder Mann mit Gesichtstätowierungen und Satanshörnern, drohte dem eingeschlossenen Kind mit dem Betreten seines Zimmers gegen seinen Willen – und wenige Augenblicke später lag die Zwölfjährige schwer verletzt auf dem Beton. Wenn selbst das kein fachliches Fehlverhalten sein soll, ist nicht nur ein Träger gescheitert. Dann hat die Wiener Kinder- und Jugendhilfe offenbar jedes Gefühl dafür verloren, was Kinderschutz überhaupt bedeutet.

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