WHO macht Hitze zur Dauerkrise: Neuer Acht-Punkte-Plan kommt aus Berlin

Symbolbild: Thermometer in starker Sommersonne vor einer Stadt
Symbolbild: Extreme Hitze und Gesundheitsschutz.

Die Weltgesundheitsorganisation erklärt Europas heiße Sommer zur dauerhaften Gesundheitskrise. Am 11. Juni will WHO Europa in Berlin die zweite Ausgabe ihres Leitfadens für Hitzeaktionspläne vorstellen. Das Papier soll Städten, Regionen und Staaten einen Rahmen aus acht Kernelementen geben.

Gebetsmühlenartig heisst es dann wieder flankierend in den Medien, die gesundheitliche Gefahr extremer Hitze sei real. Das übliche Blabla lautet: Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge, Schwangere, chronisch Kranke, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Beschäftigte im Freien. Hitze kann Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen verschärfen. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall und kann tödlich enden.

Die WHO nennt für den europäischen Sommer 2022 eine Schätzung von 61.672 hitzebedingten zusätzlichen Todesfällen. Das ist eine modellierte Übersterblichkeitszahl, keine Sammlung von 61.672 Totenscheinen mit der Diagnose „Hitze“. Dieser Unterschied macht die Belastung nicht bedeutungslos. Er gehört aber in jede saubere Berichterstattung, wenn internationale Organisationen mit großen Zahlen politischen Handlungsdruck erzeugen.

Der neue Leitfaden soll Warnsysteme, Gesundheitsdienste, Pflege, Kommunen und Risikokommunikation besser verzahnen. Vorgestellt wird er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit WHO, Bundesregierung, Berliner Senat und EU-Kommission. Die erste Ausgabe stammt aus dem Jahr 2008. Die neue Fassung soll umfassender sein und konkrete Entscheidungspunkte für Planung, Umsetzung und Kontrolle enthalten.

Es wird fleißig an der Panikschraube gedreht. Pflegeheime bräuchten „Abläufe“ für heiße Tage. Krankenhäuser müssen Belastungsspitzen einplanen. Städte sollten Schatten, Trinkwasser und kühle Räume nicht erst dann entdecken, wenn das Thermometer bereits Rekorde meldet. Warnungen müssen Menschen erreichen, die allein leben oder digital kaum erreichbar sind.

Ziel scheint es, dass aus Gesundheitsvorsorge ein weiterer Dauer-Ausnahmezustand wird. Die WHO spricht von einer „permanenten Krise“. Solche Begriffe schaffen Aufmerksamkeit, verwischen aber leicht den Unterschied zwischen einer konkreten Hitzewelle und einem politischen Großrahmen, der praktisch jede Sommerwoche unter Krisenverwaltung stellen kann. Gute Medizin braucht klare Schwellenwerte, überprüfbare Daten und konkrete Maßnahmen, keine endlose Alarmkulisse.

Für den einzelnen Bürger klingen die wichtigsten Empfehlungen dann wieder wenig spektakulär: Man solle körperliche Anstrengung in der größten Hitze vermeiden, nachts lüften, tagsüber Fenster schließen, regelmäßig Wasser trinken und gefährdete Angehörige oder Nachbarn im Blick behalten. Die WHO warnt außerdem davor, Kinder oder hilfsbedürftige Menschen in geparkten Fahrzeugen zurückzulassen.


Quellen

Quelle des Wissens quelle-des-wissens.de
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