Ein amtierender Staatschef wird von US-Spezialkräften aus seinem Land verschleppt – und Teile der deutschen Publizistik klatschen Beifall. Die Festnahme Nicolás Maduros wird bei Achgut.com nicht nüchtern analysiert, sondern offen gefeiert, inklusive Glückwünschen an Donald Trump und das US-Militär. Was hier verkauft wird, ist kein Völkerrecht, sondern Machtpolitik mit juristischer Tarnfarbe.

Die zentrale Behauptung lautet: Maduro sei kein legitimer Präsident mehr, sondern ein „Usurpator“, deshalb dürften die USA zugreifen. Übersetzt heißt das: Wer in Washington die Anerkennung verliert, verliert seine staatliche Existenz. Souveränität wird zur Gnade der Supermacht. Ein gefährlicher Präzedenzfall – nicht nur für Venezuela.

Besonders dreist ist der Missbrauch der „Responsibility to Protect“. Was einst als äußerstes Mittel gegen Völkermord gedacht war, dient nun als Blankoscheck für militärische Operationen ohne UN-Mandat. Dass diese Logik ausschließlich auf Gegner der USA angewandt wird, nicht aber auf verbündete Regime mit Blut an den Händen, bleibt selbstverständlich unerwähnt.

Wer solche Aktionen bejubelt, verabschiedet sich vom Rechtsstaat und ersetzt ihn durch das Faustrecht der Stärkeren. Heute trifft es Maduro, morgen jeden, der politisch unbequem wird. Das ist keine Verteidigung westlicher Werte – das ist deren Selbstaufgabe.

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