Die Schweizer Behörden schlagen Alarm, aber im Maghreb lacht man darüber. Während in Sfax junge Tunesier offen erzählen, dass sie «in der Schweiz prima klauen und dealen» könnten und die helvetischen Gefängnisse als «luxuriös» preisen, fordert die SVP nun, Kriminelle künftig in die Heimatknäste zurückzuschicken. Die Recherchen der Blick-Reporter vor Ort zeigen ein erschreckendes Bild: Männer, viele kaum 20, sitzen am Straßenrand und planen schon die Überfahrt über Lampedusa. 6000 Dinar für den Platz im Schlauchboot – und dann ab in das Land mit den «schönen Zellen».

Tunesien steckt in der Sackgasse: hohe Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektiven, Inflation, leere Regale, zusammenbrechender Tourismus. Dass man dort von einem monatlichen Durchschnittslohn von 300 Franken leben soll, ist illusorisch. Doch anstatt im eigenen Land etwas zu verändern, träumen viele vom vermeintlich einfachen Leben in Europa. «Yalla, geh!», sagen die Eltern, erzählt ein junger Mann. Und wenn es mit der Liebe nicht klappt, dann eben mit der «Harka», der illegalen Überfahrt. Die Schweiz gilt besonders als Ziel, weil sich unter jungen Männern herumspricht, dass man dort gut leben kann – notfalls im Gefängnis.

Schweizer Polizisten berichten seit Jahren von extrem renitentem Verhalten, insbesondere von Maghreb-Migranten. Sie drohen, greifen an, wiederholen ihre Taten, offenbar ohne Angst vor Konsequenzen. Kein Wunder, wenn selbst Coiffeure in Sfax erzählen, dass man in der Schweiz problemlos «dealen und klauen» könne. Wer erwischt wird, bekommt ein warmes Bett, medizinische Versorgung und dreimal täglich Essen. Während schweizerische Entwicklungsgelder in Millionenhöhe in Tunesien versickern, steigen gleichzeitig die Zahlen der Asylgesuche aus dem Land – trotz einer Anerkennungsquote von einem Prozent.

Genau auf diesem Befund setzt nun die neuste Forderung der SVP auf. Nationalrätin Nina Fehr Düsel will, dass Intensiv- und Serientäter aus dem Maghreb ihre Strafe nicht länger im gemütlichen Schweizer Strafvollzug absitzen, sondern in Tunesien, Marokko oder Algerien. Dort herrschen harte Bedingungen, die durchaus abschreckend wirken könnten. Unterstützt wird sie vom interkulturellen Mediator Abel Tizeroual, der offen erklärt, viele junge Männer würden nur deshalb randalieren und straffällig, weil sie wüssten, dass ihnen hierzulande kaum etwas passiere. TikTok-Influencer aus dem Maghreb würden ihnen ein Märchen verkaufen – und die Schweiz finanziert unfreiwillig den Realitätscheck.

Das Justizsystem steht inzwischen am Limit, die Asylminister versprechen viel, liefern aber wenig. Die Schnellverfahren ändern kaum etwas, weil die Täter nach kurzer Zeit wieder draußen sind und untertauchen. Und während europäische Staaten von Albanien bis Uganda über Auslagerungen der Asylverfahren und ausländische Straflager nachdenken, bleibt die Schweiz im Modus des Zögerns hängen. Der Bundesrat warnt vor rechtlichen Risiken, doch die Kriminalitätsstatistiken sprechen eine andere Sprache. Wenn selbst in Sfax Jugendliche wissen, dass man in der Schweiz leichtes Spiel hat, dann ist das Problem längst nicht mehr ein lokales – es ist ein internationales Geschäftsmodell geworden.

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