Taz: Das schmutzige Erbe des linken Vorzeigeblatts

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taz Logo auf der Buchmesse / Foto: F-News

Die Tageszeitung taz gilt bis heute als moralische Instanz des deutschen Linksjournalismus — ein Blatt, das sich selbst gern als unbestechlich, konzernfrei und auf der richtigen Seite der Geschichte verortet. Was bei dieser Selbstvermarktung regelmäßig unter den Tisch fällt: Die taz wurde von Personen mitgegründet, die wegen Unterstützung einer Mordorganisation verurteilt wurden, hat jahrelang Pädophilie als legitimen Diskurs behandelt und kommt bis heute nicht vollständig mit ihrer eigenen Vergangenheit ins Reine — wie Wikipedia und das eigene taz-Hausblog dokumentieren.

Die Idee entstand 1978 auf dem sogenannten TUNIX-Kongress in Berlin — einer Versammlung der alternativen Linken nach dem „Deutschen Herbst“. Christian Ströbele, Jean-Marcel Bourgerau von der französischen „Libération“ und Achim Meyer vom Münchner „Blatt“ verkündeten dem Publikum die Pläne für die Gründung eines linken Tagesblattes. Was harmlos nach Medienpionieren klingt, hat einen erheblichen Haken: Ströbele war zu diesem Zeitpunkt bereits wegen Unterstützung der Roten Armee Fraktion rechtskräftig verurteilt worden. Die 2. Große Strafkammer beim Landgericht Berlin verurteilte ihn wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung zu 18 Monaten auf Bewährung — er habe am Aufbau der RAF nach der ersten Verhaftungswelle 1972 mitgearbeitet und sei in das illegale Informationssystem der Organisation eingebunden gewesen. Für die Richter war das laut Cicero ein besonders schwerer Fall, da die unterstützte Organisation darauf ausgerichtet war, Morde und Sprengstoffanschläge zu begehen. Ströbele selbst bereute nichts: Er habe es damals für richtig gehalten und sehe es heute nicht viel anders.

Auch intern war die Stimmung beim Gründungsprojekt alles andere als konsenslinkes Friedensprojekt. Beim 40-jährigen Jubiläum erinnerte sich Gründer Kuno Kruse daran, dass einer der Gründungstexte nicht als Editorial gedruckt werden konnte, weil dessen Autor einen Schwur auf die RAF verlangt hatte. Das Stasi-Ministerium beschrieb das Leserspektrum der frühen taz intern nüchterner als das Blatt selbst es je tat: Im Anhängerpotential gebe es sehr gegensätzliche Auffassungen — zwischen Kräften, die gewaltsame Aktionen befürworteten oder durchführten, und reformorientierten Linken.

Weitaus brisanter als die RAF-Verbindungen ist die Geschichte der taz mit dem Thema Kindesmissbrauch. Das Blatt beteiligte sich über Jahre an einem Diskurs, der Pädophilie als emanzipatorisches Anliegen rahmte. Im April 2010 berichtete die taz auf einer Doppelseite, dass Pädophilie im Blatt zeitweise salonfähig war. Der Anlass war doppelt unangenehm: Kurz zuvor war bekannt geworden, dass der spätere taz-Mitbegründer Dietrich W. als Pädagoge an der Odenwaldschule Kinder missbraucht hatte, bevor er zur taz kam. Das eigene taz-Hausblog räumte ein, dass die Zeitung sich mit dem Thema früher hätte auseinandersetzen müssen — und dass die späte Aufarbeitung den Beigeschmack hatte, auf einen bereits fahrenden Skandalzug aufzuspringen.

Finanziert wurde das Projekt in den Anfangsjahren durch Vorausabonnements und Spenden aus dem linken Milieu — kein großer Verleger, keine Partei, kein Kapitalinvestor, dafür strukturelle Nähe zu Bewegungen, die teils offen mit politischer Gewalt sympathisierten. 1991 kam die Wende: Die Mitarbeiter entschieden sich für die Gründung einer Genossenschaft, 2.000 Leser zeichneten für 3 Millionen Mark Anteile und retteten die taz vor der Insolvenz. Auch Olaf Scholz soll damals der taz empfohlen haben, diesen Weg zu gehen — ein Detail, das heute niemand mehr laut sagt.

Wer steckt heute hinter der taz? Formal niemand mit Namen, dem man leicht einen Vorwurf machen könnte. Seit November 2025 teilen sich Katrin Gottschalk, Barbara Junge und Ulrike Winkelmann gleichberechtigt die Chefredaktion. Über 25.000 Genossenschaftsmitglieder sind die formellen Eigentümer — was strukturell unabhängig klingt, in der Praxis aber bedeutet, dass das ideologische Fundament durch ein homogenes Milieu gesichert wird, das keine andere politische Rendite will als die eigene Weltanschauung bestätigt zu sehen. Der Aufsichtsrat der Genossenschaft listet Persönlichkeiten aus dem Campact-Umfeld und der zivilgesellschaftlichen NGO-Welt — allesamt Institutionen, die selbst staatliche Fördergelder und Großspenden aus linksliberalen Netzwerken beziehen.

Die taz hat sich vom linksradikalen Protestblatt, das RAF-Verteidiger ins Impressum schrieb und Pädophilie-Debatten führte, zu einer etablierten Stimme des urbanen Linksmilieus gewandelt. Was gleichgeblieben ist: der Anspruch auf moralische Deutungshoheit — und die Bereitschaft, die eigene Vergangenheit als abgeschlossenes Kapitel zu behandeln, sobald die öffentliche Aufmerksamkeit nachlässt.


Quellen:

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Kommentare

2 Kommentare

  1. Hans-Dieter Brune

    Ich wehre mich dagegen, links-grüne Speckmadenbessermenschen als moralische Autorität zu betrachten. Sie sind in Wirklichkeit rassistisch, unmenschlich und faschistisch gegen die eigene Gemeinschaft, von der sie leben. Das ist nicht gut, sondern zu tiefst böse, wenn man die eigene Gemeinschaft schädigt. Von der man letztendlich profitiert. Diese Leute beißen die Hand, von denen sie ernährt werden. Für mich sind sie moralisch der letzte Dreck.

    1. Bavarikus

      Die linke Ideologie ist grundsätzlich eine parasitäre Ideologie. Linke können nur vom hart erarbeiteten Steuergeld der Bürger leben, die sie aber (heimlich oder offen) verachten.