Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs und Anführer der iranischen Exilopposition, hat sich in einer flammenden Botschaft direkt an die Streitkräfte der Islamischen Republik gewandt – und sie unmissverständlich zum Handeln aufgefordert. Wie der Kronprinz auf seinem X-Account schreibt, sei die Zeit der Untätigkeit vorbei: „Kommt auf das Schlachtfeld. Verteidigt die Ehre und das Ansehen der nationalen Armee Irans.“
Pahlavi beschwört in seiner Botschaft die Erinnerung an persische Heerführer aus Jahrtausenden iranischer Geschichte – von Ariobarzanes über Bahram Chobin bis zu Babak Khorramdin – und stellt eine direkte Frage an die heutigen Soldaten: Wie könnt ihr schweigen, während fremde Milizen auf Irans Straßen ihr Unwesen treiben? Er nennt namentlich die irakische Haschdal-Schaabi-Miliz, die libanesische Hisbollah sowie afghanische und pakistanische Terrorgruppen – allesamt Verbündete des Regimes, die seiner Darstellung nach als Besatzer im eigenen Land agieren.
Der Vorwurf an die Islamische Republik und ihre Revolutionsgarden ist vernichtend: Zehntausende der „reinsten und mutigsten Söhne und Töchter“ des Landes seien vor den Augen der Armee abgeschlachtet worden, täglich kämen weitere hinzu. Das Regime habe das Land mit „apokalyptischer Zerstörungswut“ an den Rand des Untergangs gebracht.
Pahlavi wendet sich am Ende seiner Erklärung auch direkt an das iranische Volk: Es solle laut und vernehmlich die nationale Rolle der Armee einfordern – bevor es zu spät sei.
Ob dieser Appell in den Kasernen Teherans ankommt, ist offen. Die Revolutionsgarden und das reguläre Militär sind institutionell strikt getrennt; die Armee gilt zwar als weniger ideologisiert, war bislang aber kein Faktor in den Protesten der vergangenen Jahre. Pahlavis Aufruf ist gleichwohl ein politisches Signal: Der Exilführer setzt darauf, dass das Regime unter dem Druck eskalierender innerer Konflikte und äußerer Isolation irgendwann seinen militärischen Rückhalt verliert – und spekuliert öffentlich darauf, diesen Moment zu beschleunigen.
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