Der Vatikan hat im Konflikt mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. hart durchgegriffen. Wie n-tv berichtet, wurden nach der Bischofsweihe in Écône sechs Beteiligte exkommuniziert. Katholisches.info dokumentiert das Dekret, außerdem das vorausgegangene Schreiben von Papst Leo XIV. an den Generaloberen Pater Davide Pagliarani.
Auslöser ist die Weihe von vier neuen Bischöfen durch Bischof Alfonso de Galarreta gegen den ausdrücklichen Willen des Papstes. Betroffen sind laut Dekret de Galarreta selbst, die neu geweihten Bischöfe Pascal Schreiber, Michael Goldade, Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier sowie Bischof Bernard Fellay, der als Mitkonsekrator an der Feier teilnahm. Rom wertet den Vorgang als schismatischen Akt.
Das Dekret geht noch weiter. Es erklärt nicht nur die Exkommunikation der genannten Bischöfe, sondern ermahnt auch Kleriker und gläubige Laien, sich dem Schisma der Piusbruderschaft nicht anzuschließen. Andernfalls drohe auch ihnen die Exkommunikation latae sententiae. Das ist keine bloße Verwaltungssache, sondern eine kirchliche Eskalation mit maximaler Sprengkraft.
Bemerkenswert ist der Ton des päpstlichen Schreibens vor der Entscheidung. Leo XIV. wendet sich ausdrücklich „väterlich“ an Pagliarani und die mit der Bruderschaft verbundenen Bischöfe, Priester, Seminaristen und Gläubigen. Er anerkennt darin die Liebe zur Liturgie, den Einsatz in der Priesterausbildung, den apostolischen Eifer und das Streben nach Treue zur Tradition. Gerade deshalb wirkt die spätere Härte wie ein Bruch zwischen pastoraler Anerkennung und disziplinarischer Keule.
Der Papst forderte die Bruderschaft in dem Schreiben auf: „Kehrt um!“ Er warnte, der schismatische Akt könne Gläubige des erlaubten und in manchen Fällen auch des gültigen Empfangs der Sakramente berauben. Zugleich betonte er, die Kirche stehe einem Weg des Dialogs und der Verständigung offen gegenüber. Doch dieser Weg war offenbar schon wenige Tage später am Ende.
Pagliarani antwortete nach der vorliegenden Fassung noch am selben Tag respektvoll, aber bestimmt. Er dankte für die väterliche Fürsorge, betonte die aufrichtige Loyalität der Piusbruderschaft zur Kirche und bat den Papst, die Absichten und den katholischen Geist der Bruderschaft sorgfältig zu würdigen. Die Einstufung als schismatisch wies er zurück. Er verwies auf die seelsorglichen Früchte der Bruderschaft, auf Gespräche mit kirchlich anerkannten Bischöfen und auf die vielen Gläubigen, die durch das Apostolat der Bruderschaft zum katholischen Glauben zurückgefunden hätten.
In Rom scheint dieser Appell nicht durchgedrungen zu sein. Während in Deutschland und anderswo seit Jahren extreme theologische und moralische Grenzgänge folgenlos bleiben, trifft es nun ausgerechnet die Traditionalisten mit voller Wucht. Wer die alte Liturgie liebt, sich auf Tradition beruft und Rom zugleich widerspricht, bekommt die ganze Disziplinarmacht zu spüren. Diese Schieflage wird viele konservative Katholiken nicht beruhigen, sondern weiter entfremden.
Natürlich kann kein Bischof einfach so gegen den ausdrücklichen Willen des Papstes weihen, als gäbe es keine kirchliche Ordnung. Aber die Frage bleibt, warum Rom gegenüber progressiven Experimenten oft elastisch, gegenüber Traditionalisten jedoch maximal hart wirkt. Die Kirche spricht viel von Dialog, Synodalität und Zuhören. Im Fall der Piusbruderschaft klingt am Ende vor allem eines laut: Gehorsam oder Ausschluss.
Der Vorgang ist damit mehr als ein innerkirchlicher Rechtsakt. Er ist ein Signal an alle, die in der katholischen Kirche noch auf Tradition, alte Liturgie und klare Lehre setzen. Papst Leo XIV. wollte offenbar einen Bruch verhindern. Nun steht er mitten in einem. Für die Gläubigen bleibt die bittere Frage, ob Rom damit Einheit schafft oder die Spaltung nur noch sichtbarer macht.



3 Kommentare zu „Papst Leo XIV exkommuniziert Pius-Bischöfe: Rom greift gegen Traditionalisten durch“
Wenn ich als Nichtkatholik spontan wählen müsste zwischen Papst-Treue und den Piusbrüdern, ich würde mich für Letztere entscheiden.
Nach allem, was ich bisher mitbekommen habe, hat der Papst mit dem Synodalen Weg der Linkskatholiken (wohl hauptsächlich in D) kaum Probleme, wirft den Pisubrüdern schismatische Bestrebungen vor? Solche Bestrebungen finden ihren Ansatz doch wohl eher in der kath. Ki. Deutschlands, Bestrebungen, die kath. Kirche auf links zu drehen.
Ein Papst, der sagt, Re-Migration sei unchristlich, während ganz Europa von den Invasoren geschändet wird, ist kein Papst des Christentums, sondern ein Politiker, dem das Wohl der Menschen, ihr Wohlstand, ihr Überleben, die christliche Zivilisation völlig egal zu sein scheint.
Die römisch-katholische Kirche war seit der Gründung durch den römischen Kaiser Konstatin eine Macht – und geldgierige Gruppe – sie ging buchstäblich über Leichen um an Macht und Geld zu kommen— es ist ein riesiges Unternehmen geworden mit Vatikanbank- Vatikanstaat usw – diese Gruppe hat mit Gott m-E. Nichts zu tun sondern nur mit satanistischen weltlichen
Trieben wie Geldgier, Macht über Menschen, sexuellen Abartigkeiten, usw- alles unter dem Deckmantel eines Glaubens – wie fast alle organisierte Religionen
Aus meinem Text „Die derzeitige Sedisvakanz“ (1995):
Die Bruderschaft St. Pius X. als größtes Hindernis bei der Wahrheitssuche
Unter allen glaubensfeindlichen Gruppen soll nur die Piusbruderschaft als die m.E. gefährlichste von allen kurz genannt werden. Die sehr inkonsequenten Mitglieder der Bruderschaft (bei denen die Gültigkeit der Weihen übrigens wegen der Fragwürdigkeit des Weihevaters von Mgr. Lefebvre umstritten ist) erkennen und erklären, daß mit Roncalli und Vat. II eine Wende in der Geschichte eingetreten ist, und in vielen Punkten trifft ihre Kritik zu. Was an Vat. II. und an den Texten des neu-römischen Lehramtes katholisch ist, das entscheiden sie, die Super-Päpste, selber. Des weiteren feiern sie in praktischer Leugnung des Dogmas vom Jurisdiktionsprimat eigenmächtig die katholische Liturgie (Ausnahme: die hl. Messe; hier verwenden sie das verfälschte Missale Roncallis); damit nicht genug, weisen sie die reformierte Liturgie, die doch von ihrem Papst Paul VI. promulgiert und vorgeschrieben ist, als objektiv verboten zurück. Ganz gefährlich: Allen neu-römischen Sakramenten billigen sie zu, daß sie bei richtiger Absicht des Spenders und zumindest bei Verwenden des lateinischen Originaltextes tatsächlich gültig sein können, obwohl doch die meisten dieser reformierten Sakramente in ihrer Gültigkeit zweifelhaft (z.B. Beichte) bis sicher ungültig (z.B. Bischofsweihe) sind. Ferner: In einem „Bischöflichen Manifest“ hat sich Mgr. Lefebvre auf den Kirchenlehrer Robert Bellarmin berufen, um seinen Ungehorsam seinem Papst Johannes Paul II. gegenüber zu begründen. Nun lehrt aber gerade Robert Bellarmin ausdrücklich, daß im Falle von Häresie der päpstliche Stuhl unbesetzt sein muß. Immer wieder hat Mgr. Lefebvre Neu-Rom und dessen Anhänger als „schismatische Kirche“ bezeichnet. Er richtet also den Stuhl Petri, den aber nach katholischer Lehre niemand richten kann, d.h. die päpstliche Gewalt müßte auf die Bruderschaft übergegangen sein; wie das aber geschehen sein soll, darüber schweigt sich die Bruderschaft beharrlich aus. Doch ist dieser Übergang der päpstlichen Gewalt wiederum nicht hundertprozentig, denn auch wenn Rom schismatisch ist, so darf man sich nach der Weisung Mgr. Lefebvres doch nicht von Rom trennen wie die „Sedisvakantisten“, die deswegen schismatisch sind. Die Logik der Bruderschaft läßt sich also so formulieren: „Rom ist schismatisch, und wir unterwerfen uns nicht der Jurisdiktion Roms, begehen also eine schismatische Tat, um nicht ebenfalls schismatisch zu werden; wenn wir nun vom schismatischen Rom als schismatisch bezeichnet werden, so schmerzt uns das sehr, weil wir ja in der Einheit mit dem schismatischen Rom sein wollen und es ja auch sind, weil wir im Meßkanon ja ‚una cum Papa nostro J.P.II.‘ (in Gemeinschaft mit unserem Papst J.P.II.) beten; wer aber nicht mit uns und dadurch mit dem schismatischen Rom geeint ist, sondern der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche angehören will, der ist schismatisch, weil er sich von uns, die wir in schismatischer Einheit mit dem schismatischen Rom stehen, trennt.“