Wie t-online unter Berufung auf Reuters berichtet, hat Oracle binnen eines Jahres rund 21.000 Stellen gestrichen. Die Belegschaft schrumpfte damit von 162.000 auf 141.000 Mitarbeiter. Offiziell spricht der Konzern von Umbau, Cloud-Fokus und strategischer Neuausrichtung. In Wahrheit zeigt sich hier vor allem, wer die Rechnung fuer den KI-Hype bezahlt: die Angestellten.
Oracle verbuchte fuer Abfindungen und andere Umbaukosten 1,84 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren es noch 374 Millionen. Solche Summen entstehen nicht bei einem kleinen Feinschliff, sondern bei einem radikalen Schnitt durch Abteilungen, Standorte und Lebensplaene. Der Konzern praesentiert die Restrukturierung als Fortschritt. Fuer Tausende Beschaeftigte ist sie schlicht der Absturz aus der vermeintlich sicheren Tech-Welt.
Als Gruende nennt Oracle Fuehrungswechsel, Produktumstellungen, Zukäufe und strategische Neuausrichtungen. Das ist die uebliche Managementsprache, mit der jeder Kahlschlag geschniegelt wird. Seit Monaten wird KI als Effizienzmaschine verkauft. Jetzt wird immer sichtbarer, was das in der Praxis heisst: weniger Personal, mehr Automatisierung, noch mehr Macht fuer Konzerne, die ihre Kosten auf Knopfdruck nach unten druecken.
Oracle ist damit kein Ausreisser, sondern Teil eines grösseren Trends. Laut Layoffs.fyi haben in diesem Jahr bereits 196 Tech-Unternehmen zusammen mehr als 119.800 Mitarbeiter entlassen. Waehrend Politiker und Konzernsprecher weiter vom Innovationsrausch schwaermen, waechst fuer normale Angestellte vor allem die Angst, dass sie im naechsten Quartal selbst zur ueberfluessigen Zahl in einer PowerPoint-Tabelle werden.
Der KI-Boom wird gern als Zukunftserzählung verkauft. Tatsaechlich beschleunigt er vielerorts einen brutalen Umbau, bei dem Rendite, Skalierung und Automatisierung wichtiger sind als Loyalitaet, Erfahrung oder soziale Verantwortung. Oracle liefert dafür jetzt ein besonders teures und besonders deutliches Beispiel.







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