Özdemirs Schuld-Show: Erst Erbschuld predigen, dann sich selbst beklatschen

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Özdemir Screenshot X

Ba-Wü: Ministerpräsident Cem Özdemir wärmt den Armenier-Beschluss von 2016 aktuell selbst wieder auf. Auf X schrieb der Grünen-Politiker am 2. Juni 2026, die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern durch den Bundestag im Jahr 2016 sei ein „überfälliger Schritt historischer Verantwortung“ gewesen. Umso wichtiger sei es heute, „die Erinnerung daran wachzuhalten“ und gegen Hass, Gewalt und Vergessen einzustehen.

Der aktuelle Post ist mehr als Erinnerung. Özdemir klopft sich damit sichtbar selbst auf die Schulter: 2016 gehörte er zu den treibenden Figuren hinter der Bundestagsresolution. Zugleich hängt an diesem Vorgang seine damalige Formulierung, die bis heute politisch giftig bleibt. In einem Deutschlandfunk-Interview sagte Özdemir 2016, es gehe darum, „dass wir uns zu unserer eigenen Mitverantwortung bekennen und unserer Schuld“.

Der historische Kern ist bekannt: Der Bundestag bezeichnete die Massaker an den Armeniern 2016 als Völkermord und benannte dabei auch die Rolle des damaligen Deutschen Kaiserreichs als Verbündeter des Osmanischen Reiches. Das ist Aufarbeitung. Etwas anderes ist es, aus damaliger Staatsverantwortung eine moralische Formel zu machen, die heutige Deutsche wieder in ein Schuldkollektiv zieht.

Genau hier setzt die AfD-Fraktion Baden-Württemberg an. In einer F-NEWS vorliegenden Pressemitteilung erklärt Fraktionschef Martin Rothweiler, der Völkermord an den Armeniern sei ein millionenfaches Menschheitsverbrechen des Osmanischen Reiches gewesen. Dass das Deutsche Kaiserreich damals Verbündeter der Osmanen war, sei historisch bekannt und 2016 auch vom Bundestag benannt worden.

Daraus aber eine Kollektivhaftung heutiger Deutscher abzuleiten, sei „Geschichtsklitterung“. Rothweiler fordert historische Präzision: „Wer über historische Verantwortung spricht, muss sauber unterscheiden zwischen Tätern, Mitwissern, damaligen Staaten und heutigen Bürgern.“ Özdemirs Aussage vermische „alles mit allem: Kaiserreich, Osmanisches Reich, Bundesrepublik und heutige Deutsche“.

Noch deutlicher wird Rothweiler bei der Wirkung auf Bildung und Selbstverständnis. Das sei „keine Aufarbeitung, sondern Moralisierung“. Von einem Ministerpräsidenten erwarte er „historische Präzision statt identitätspolitischer Schuldpädagogik“. Wer deutschen Schülern ständig neue Erbschulden auflade, trage nicht zur Bildung bei, sondern zur Entfremdung vom eigenen Land.

Damit trifft die AfD den eigentlichen Nerv. Geschichte wird in Deutschland längst nicht mehr nur erklärt, sondern als politisches Disziplinierungsinstrument benutzt. Aus Ereignissen vergangener Reiche werden moralische Rechnungen gegen Bürger von heute. Aus Erinnerung wird Erziehung. Aus Verantwortung wird ein nie endendes Schuldabo.


Quellen

Quelle des Wissens quelle-des-wissens.de
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