Wie aus einem offenen Brief der Initiative „Gesundheit für Österreich“ hervorgeht, der unserer Redaktion vorliegt, widersprechen mehrere Ärzte und Wissenschaftler der österreichischen Gesundheitsministerin Korinna Schumann deutlich. Ihre Aussage, es gebe „keine seriösen Belege“ für einen Zusammenhang zwischen Covid-19-Impfungen und Krebs, sei wissenschaftlich so nicht haltbar.
Der Brief wurde am 11. März 2026 veröffentlicht und neben der Ministerin auch an 25 Mitglieder des Onkologie-Beirats des Gesundheitsministeriums geschickt.
Krebszahlen steigen seit 2021
Die Autoren verweisen auf Daten von Statistik Austria. Demnach sei die Krebsinzidenz seit 2021 deutlich gestiegen.
Nach Berechnungen der Initiative liegt der Anstieg bei etwa 7 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vier Jahre vor Einführung der Corona–Impfung. Gleichzeitig kritisieren die Autoren, dass offizielle Statistiken wichtige Details – etwa Auswertungen nach Alter oder Impfstatus – gar nicht enthalten.
Gerade bei jüngeren Menschen würden steigende Krebszahlen inzwischen auch in Medien und Studien thematisiert.
Große Studie aus Südkorea als Auslöser
Ausgangspunkt der parlamentarischen Anfrage war laut dem offenen Brief eine Kohortenstudie aus Südkorea mit rund 8,4 Millionen Teilnehmern.
Diese habe einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Covid-19-Impfstatus und Krebsinzidenz gefunden. Die Ministerin habe die Studie jedoch als fehlerhaft und biologisch nicht plausibel zurückgewiesen.
Die Autoren widersprechen: Selbst wenn eine Studie Einschränkungen habe, sei ein Risikosignal wissenschaftlich ernst zu nehmen und weiter zu untersuchen.
Warnung vor „ungewöhnlich schneller Krebsentwicklung“
Ein weiteres Argument der Ministerin lautet laut Brief: Krebs könne sich nicht so schnell entwickeln, dass er innerhalb eines Jahres nach einer Impfung sichtbar werde.
Auch diese Einschätzung weisen die Autoren zurück. In zahlreichen Publikationen werde mittlerweile eine ungewöhnlich schnelle Krebsentwicklung beschrieben, die möglicherweise mit neuen Faktoren zusammenhänge.
Kritik an Studienauswahl der Regierung
Besonders scharf fällt die Kritik an den Studien aus, die das Ministerium zur Entwarnung zitiert.
Laut dem offenen Brief hätten diese Untersuchungen gar nicht die Frage geprüft, ob Impfstoffe Krebs auslösen könnten. Stattdessen hätten sie etwa nur untersucht:
- Antikörperreaktionen bei Krebspatienten
- Verträglichkeit der Impfung bei bereits Erkrankten
- Wirkung der Impfung während bestimmter Krebstherapien
Damit seien sie als Sicherheitsnachweis ungeeignet, argumentieren die Autoren.
Forderung nach unabhängigen Studien
Die Initiative fordert deshalb eine große, methodisch saubere Studie, die Krebsraten systematisch nach Impfstatus auswertet.
Österreich hätte dafür laut den Autoren sogar ideale Voraussetzungen:
- elektronischer Impfpass
- nationales Krebsregister
Diese Daten würden bisher jedoch nicht systematisch zusammengeführt oder ausgewertet.
Vertrauen verspielt?
Der offene Brief endet mit einer politischen Warnung.
Wenn mögliche Risiken nicht transparent untersucht würden, könne das Vertrauen der Bevölkerung in Wissenschaft und Impfprogramme weiter sinken.
Oder anders gesagt: Wer kritische Fragen reflexartig vom Tisch wischt, produziert am Ende genau das Gegenteil dessen, was er angeblich verhindern will.




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