Der Physik-Nobelpreisträger John Clauser erhebt schwere Vorwürfe gegen den wissenschaftlichen und politischen Umgang mit dem Klimawandel. In einem Interview am Rande der 17. Konferenz des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE) erklärte der US-Physiker, er halte wesentliche Teile der heutigen Klimadebatte für wissenschaftlich unzureichend und kritisierte insbesondere die starke Fokussierung auf CO₂.
Nach eigenen Angaben begann Clauser bereits um das Jahr 2010, die damals vorherrschenden Annahmen über den Klimawandel zu hinterfragen. Auslöser sei die Diskussion innerhalb der American Physical Society gewesen, die sich mit der Frage beschäftigte, ob Kohlendioxid tatsächlich die zentrale Ursache einer angeblichen Klimakrise sei. Clauser entwickelte daraufhin sein eigenes sogenanntes „Cloud Thermostat Model“, das den Einfluss der Wolken auf das Erdklima in den Mittelpunkt stellt.
Seiner Auffassung nach werde der Einfluss der Wolken in der öffentlichen Debatte massiv unterschätzt. Während Veränderungen der Wolkenbedeckung nach seiner Darstellung Auswirkungen von mehreren Dutzend Watt pro Quadratmeter hätten, liege der Beitrag des CO₂ lediglich bei ein bis zwei Watt pro Quadratmeter. Daraus folgert Clauser, dass Wolken der dominierende Regelmechanismus des Klimas seien.
Im Interview berichtet Clauser außerdem von seinem Treffen mit dem damaligen US-Präsidenten Joe Biden nach der Verleihung des Physik-Nobelpreises 2022. Ursprünglich sei lediglich ein kurzer Fototermin vorgesehen gewesen. Biden habe ihn jedoch überraschend zu einem längeren Gespräch gebeten und ihn auf dessen Kritik an der Ukraine-Politik angesprochen. Zum Ende des Gesprächs habe Biden gefragt, ob Clauser noch weitere politische Meinungsverschiedenheiten sehe. Darauf habe der Nobelpreisträger geantwortet, dass er insbesondere Bidens Energie- und Klimapolitik nicht unterstütze. Wegen Zeitmangels sei das Gespräch anschließend beendet worden.
Auf die Frage, wie sich die Klimaforschung reformieren könne, zeigte sich Clauser pessimistisch. Er erklärte, die politischen Strukturen innerhalb der internationalen Klimaforschung kaum zu kennen. Gleichzeitig warf er einzelnen bekannten Klimaforschern vor, Daten manipuliert beziehungsweise verfälscht zu haben. Wie sich die Situation künftig entwickeln werde, könne er nicht einschätzen.
Das rund achtminütige Interview dient als Einführung zu einem ausführlicheren Vortrag, den Clauser auf der EIKE-Konferenz gehalten hat. Darin erläutert er seine Sicht auf die Rolle von Wolken, Strahlungsprozessen und die seiner Ansicht nach bestehenden Fehlentwicklungen in der Klimaforschung.







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