Die katholische Kirche in den USA steckt weiter tief im finanziellen Sumpf der Missbrauchsskandale. Nun hat auch die Diözese El Paso im Bundesstaat Texas Insolvenz nach Kapitel 11 angemeldet. Der Grund: drohende Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer.
Gegen die Diözese laufen derzeit zwölf Klagen von insgesamt 18 Klägern. Sie werfen Geistlichen vor, sie zwischen 1956 und 1982 als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Die finanziellen Forderungen übersteigen nach Angaben von Bischof Mark J. Seitz die verfügbaren Mittel der Diözese deutlich.
Der Bischof erklärte in einer Videobotschaft, er habe sich nach „Gebet, Überlegung und Beratung“ zu diesem Schritt entschlossen. Die Region sei zwar geografisch groß, wirtschaftlich jedoch arm und ländlich geprägt – die Kirche könne die Forderungen daher nicht aus eigener Kraft stemmen.
Der Fall ist längst kein Einzelfall mehr. Seit 2004 hat rund jede siebte der insgesamt 178 katholischen Diözesen in den USA Insolvenz angemeldet, berichtet Kath.press. Ziel ist meist ein Verfahren nach Kapitel 11 des amerikanischen Insolvenzrechts. Anders als bei einer vollständigen Abwicklung geht es dabei um eine gerichtliche Sanierung und eine Bündelung der Entschädigungsforderungen in einem einzigen Verfahren.
Kritiker sehen darin eher eine Strategie, um milliardenschwere Schadenersatzforderungen zu begrenzen. Für die Opfer bedeutet das oft jahrelange Gerichtsverfahren und deutlich geringere Entschädigungen als ursprünglich gefordert.




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