Nach ChatGPT kommt die Welt-KI: Roboter sollen in künstlichen Realitäten lernen

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Symbolbild einer KI, die eine dreidimensionale Welt für Roboter und Industrie simuliert
KI-generiertes Symbolbild: Weltmodelle und Physical AI verbinden digitale Simulationen mit Robotik und Industrie.

ChatGPT war nur der Anfang. Der Münchner KI-Forscher und Synthesia-Mitgründer Matthias Nießner erwartet den nächsten großen Technologiesprung: Künstliche Intelligenz soll nicht mehr bloß Texte und Bilder erzeugen, sondern die physische Welt verstehen, simulieren und verändern. Im Interview mit Everlast AI erklärt er, warum sogenannte Weltmodelle Robotik, Industrie und digitale Planung grundlegend umkrempeln könnten.

Das Prinzip klingt simpel: Ein Nutzer beschreibt eine Umgebung – und die KI baut daraus eine begehbare, dreidimensionale Welt. Doch anders als bei hübschen Computerspielkulissen sollen Objekte darin physikalisch korrekt reagieren. Ein fallender Stift, eine sich öffnende Tür oder eine Maschine in einer Fabrik müssen sich so verhalten wie in der Realität. Erst dann kann die Simulation zum Trainingsraum für Roboter werden.

Genau hier liegt der Milliardenhebel. Roboter lernen bislang mühsam an realen Daten. Jede Wohnung, jede Werkhalle und jede unerwartete Situation muß erfaßt werden. Weltmodelle könnten einen großen Teil dieses Trainings künstlich erzeugen. Maschinen würden Millionen Szenarien in der Simulation durchspielen, bevor sie in einem echten Haus, Lager oder Betrieb eingesetzt werden.

Nießner, Professor an der TU München, hat nach dem Erfolg des KI-Video-Unternehmens Synthesia mit SpAItial ein neues Unternehmen gegründet. Sein Ziel ist eine digitale „Mirror World“, die sich von der Wirklichkeit kaum noch unterscheiden läßt. Damit richtet sich der Blick weg vom Chatfenster und hin zur „Physical AI“: Künstliche Intelligenz bekommt Augen, räumliches Verständnis und schließlich einen Körper.

Die Folgen wären gewaltig. Architektur könnte Gebäude vollständig simulieren, bevor der erste Stein gesetzt wird. Autohersteller könnten Modelle aus Beschreibungen entwickeln. Roboter könnten in virtuellen Wohnungen lernen, aufzuräumen, zu reparieren oder Menschen zu unterstützen. Was heute noch wie eine Demonstration wirkt, könnte damit zur nächsten Plattform nach den Sprachmodellen werden – und zahlreiche Arbeitsabläufe schneller verändern, als viele Unternehmen ahnen.

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