Die aktuelle „Klimaschau 262“ greift eine Studie aus Remote Sensing of Environment auf, nach der die zunehmende Sonneneinstrahlung in Europa nicht einfach mit mehr CO₂ erklärt wird, sondern mit weniger Aerosolen und veränderten Wolken. Demnach sorgen sinkende Schwefel- und Rußpartikel dafür, dass weniger Sonnenlicht zurück ins All reflektiert wird und mehr Strahlung die Erdoberfläche erreicht.
Aerosole entstehen sowohl natürlich als auch durch Industrie, Verkehr und Schifffahrt. Sie wirken direkt, indem sie Sonnenlicht reflektieren, und indirekt, indem sie als Kondensationskeime die Wolkenbildung beeinflussen. Gehen diese Partikel zurück, sinkt die sogenannte Albedo der Erde – also ihre Rückstrahlkraft.
Laut der im Video zitierten Studie erklären direkte Aerosoleffekte rund 20 Prozent des Trends bei der Sonneneinstrahlung. Weitere Anteile werden auf indirekte Aerosoleffekte und Veränderungen der Wolkendecke zurückgeführt. Die Pointe: Ausgerechnet sauberere Luft kann regional zu mehr Sonneneinstrahlung und damit Erwärmung beitragen.
Damit wird die Debatte komplizierter, als es die üblichen Schlagworte nahelegen. Wenn weniger Luftverschmutzung mehr Sonne bedeutet, dann hat Umweltpolitik offenbar Nebenwirkungen, über die kaum gesprochen wird.







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