In einem vielbeachteten Auftritt rechnet die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene (MTG) mit der eigenen Partei ab – und greift dabei auch Präsident Donald Trump frontal an. Anlass ist der Angriff auf den Iran. Greene spricht von einem „weiteren verdammten Krieg“, in dem amerikanische Soldaten sterben würden.
Das rund vierminütige Video verbreitet sich rasant in den sozialen Medien. Der Tenor: Wut, Enttäuschung – und ein offener Bruch mit dem bisherigen außenpolitischen Kurs.
„Wir sind in einem weiteren verdammten Krieg“
Greene erklärt wörtlich:
„Wir sind in einem weiteren verdammten Krieg, und amerikanische Soldaten werden getötet.“
Sie fordert eine „ernsthafte Diskussion darüber, was zum Teufel mit diesem Land passiert“. Ihrer Darstellung zufolge stehe die US-Bevölkerung wirtschaftlich massiv unter Druck:
- „72 % der Amerikaner können sich keine Krankenversicherung leisten.“
- „58 % können sich keine Autoversicherung leisten.“
- „67 % leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck.“
- „31 % können ihre Steuerschulden nicht bezahlen.“
- „50 % stecken in Kreditkartenschulden.“
- „Wir haben fast 40 Billionen Dollar Staatsschulden.“
Vor diesem Hintergrund sei ein weiterer Krieg nicht zu rechtfertigen.
„America First – nicht Israel First“
Besonders brisant ist ihre Aussage zur außenpolitischen Prioritätensetzung:
„Make America Great Again sollte America First bedeuten – nicht Israel First.“
Sie zweifelt zudem an der offiziellen Darstellung, wonach das iranische Volk kurz davor stehe, sein Regime zu stürzen:
„Ich glaube nicht, dass das iranische Volk sein Regime stürzen wird, während es von den USA und Israel in einem unprovozierten Angriff in Stücke gebombt wird.“
Greene betont, sie sei „wütend“. Man habe „genug tote amerikanische Soldaten für fremde Länder gesehen“. Nun gebe es „vier weitere Tote … für Israel“.
Offener Bruch mit Trump?
Besonders bemerkenswert: Greene erinnert daran, warum sie Trump einst unterstützt habe:
„Der Mann, den ich unterstützt habe, hat den Irak-Krieg verurteilt, sagte: keine ausländischen Kriege mehr, kein Regimewechsel.“
Auch Namen wie JD Vance und Tulsi Gabbard fallen – beide hätten ebenfalls ein Ende der Interventionspolitik versprochen.
Zugleich wirft sie Trump vor, sich nicht um Umfragen zu kümmern und „nicht darum, was das amerikanische Volk denkt“. Sogar Bodentruppen stünden möglicherweise im Raum.
Sprengstoff für die Republikaner
Die Rede markiert einen möglichen Wendepunkt innerhalb der MAGA-Bewegung. Während ein Teil der republikanischen Basis militärische Härte gegenüber dem Iran befürwortet, wächst zugleich der Druck aus dem isolationistischen Lager, das weitere Auslandseinsätze strikt ablehnt.
Greene positioniert sich klar auf dieser Seite – und riskiert damit eine offene Konfrontation mit der Parteiführung.
Ob es sich um einen kurzfristigen Ausbruch oder den Beginn einer größeren innerparteilichen Spaltung handelt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen. Klar ist: Die Debatte um Krieg, Schulden und „America First“ ist mit voller Wucht zurück auf der politischen Bühne.




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