„OFF WITH THEIR HEADS“ – „Köpft sie!“ Mit dieser unmissverständlichen Botschaft wurde bei der London Trans+ Pride offen der Tod von Königin Camilla und der weltberühmten Schriftstellerin J. K. Rowling gefordert. Auf dem Schild waren die Gesichter beider Frauen abgebildet. Es wurde nicht irgendwo am Rand versteckt, sondern sichtbar vor der Bühne am Trafalgar Square präsentiert.
Der Journalist Andy Ngo dokumentierte die Szene in einem X-Beitrag. Das nur fünf Sekunden lange Video lässt keinen Interpretationsspielraum: Über den Bildern von Camilla und Rowling steht „OFF WITH“, darunter „THEIR HEADS“. Das ist keine Kritik, keine Satire und kein leidenschaftlicher Protest. Es ist ein bildlich formulierter Aufruf zur Enthauptung zweier Frauen.
Rowling wird seit Jahren angefeindet, weil sie darauf besteht, dass das biologische Geschlecht Realität ist und Frauen geschützte Räume behalten müssen. Königin Camilla setzte zuletzt ebenfalls ein öffentliches Zeichen gegen die Einschüchterung von Frauen. Nun erscheinen ihre Gesichter gemeinsam auf einem Todesplakat – mitten auf einer Veranstaltung, die sich selbst mit Menschenwürde, Schutz und Toleranz schmückt.
Besonders brisant: Nach Angaben Ngos gehörte Sarah Jane Baker zu den Rednern der Veranstaltung. Baker saß wegen versuchten Mordes, Entführung und Folter im Gefängnis. Bereits 2023 rief Baker bei einer Trans-Pride-Veranstaltung dazu auf, sogenannte TERFs „ins verdammte Gesicht“ zu schlagen. Damals erklärten die Organisatoren zwar, sie duldeten keine Gewalt. Drei Jahre später wird vor ihrer Bühne ein Enthauptungsschild gegen zwei Frauen hochgehalten.
Die Veranstalter sprechen von 150.000 Teilnehmern und der größten Trans-Pride-Demonstration der Welt. Große Berichte feierten die Menge und zitierten Forderungen nach ungehindertem Zugang zu geschlechtsspezifischen Räumen. Das Todesplakat gegen Camilla und Rowling passt offenbar weniger gut in das Bild einer friedlichen Bürgerrechtsbewegung.
Man stelle sich denselben Vorgang bei einer konservativen Demonstration vor: Ein Schild mit den Gesichtern zweier prominenter Frauen und der Forderung, ihnen die Köpfe abzuschlagen. Politiker, Medien und Verbände würden zu Recht von Hass und Gewaltfantasien sprechen. Bei der London Trans+ Pride darf der offene Todeswunsch dagegen im Fahnenmeer verschwinden. Wer Hass nur dann erkennt, wenn er aus der politisch falschen Richtung kommt, bekämpft keinen Extremismus. Er verwaltet ihn nach Gesinnung.



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