In der Lombardei sollen Warnschilder an Seen und Flüssen künftig auch auf Arabisch vor dem Ertrinken warnen. Das berichtet Nicola Porro / Milano Quotidiano. Gefordert wird dies von der marokkanischen Gemeinschaft beziehungsweise dem Verein SMIS nach mehreren Badeunfällen.
Der Grund ist so schlicht wie entlarvend: Italienische Verbotsschilder würden offenbar nicht von allen verstanden. Also soll der Staat übersetzen. Nicht die Zuwanderer sollen die Sprache des Landes sicher beherrschen, sondern das Land soll seine Warnungen sprachlich nachrüsten.
SMIS-Präsident Yahya El Matouat verweist laut Bericht auf gefährliche Badestellen im Lodigiano und im Raum Mailand. Viele Jugendliche suchten im Sommer Abkühlung in Flüssen, Baggerseen und anderen Gewässern. Betroffen seien besonders junge Menschen aus marokkanischen und ägyptischen Familien. Strömungen, abrupte Tiefen, Badeverbote und fehlende Aufsicht würden oft unterschätzt.
Natürlich muss jedes vermeidbare Ertrinken verhindert werden. Aber genau hier zeigt sich das politische Versagen: Nach Jahren der Massenzuwanderung diskutiert Europa nicht über Sprachpflicht, Schwimmunterricht, Elternverantwortung und Anpassung an die Regeln des Landes, sondern über arabische Zusatzschilder am Seeufer.
Aus Prävention wird stillschweigend Sonderbehandlung. Aus Integration wird Verwaltung der Parallelrealität. Die Botschaft lautet: Wer die Sprache des Landes nicht versteht, muss sie nicht zwingend lernen. Die Behörden werden schon ein weiteres Schild aufstellen.
El Matouat fordert laut Bericht nicht nur arabische Beschilderung, sondern auch Kampagnen und die Einbindung von Vereinen. Auch Eltern müssten stärker in die Pflicht genommen werden. Genau dort müsste man anfangen: Wer Kinder in ein europäisches Land bringt, muss ihnen beibringen, dessen Warnungen, Verbote und Gefahrenhinweise zu verstehen.
Der Fall ist klein, aber das Muster groß. Europa übersetzt sich selbst immer weiter, weil es den Mut verloren hat, Integration einzufordern. Heute ist es das Warnschild am See. Morgen ist es die nächste Sonderregel im Amt, in der Schule, im Krankenhaus oder im Nahverkehr.
Wer in Italien lebt, muss italienische Warnschilder verstehen. Wer in Deutschland lebt, deutsche. Alles andere ist keine Rücksicht, sondern die Kapitulation vor einem Integrationsversagen, das am Ende sogar lebensgefährlich werden kann.




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