Deutschlands größter Industriezweig sendet ein Alarmsignal. Wie n-tv berichtet, erwartet die Metall- und Elektroindustrie kein Wachstum, sondern rechnet mit weiterem Jobabbau. Fast 42 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als schlecht. Nur 14 Prozent erwarten für 2026 eine Besserung.
Die Zahlen sind brutal, weil sie nicht aus irgendeiner Randbranche kommen. Metall und Elektro sind das industrielle Rückgrat des Landes: Maschinenbau, Automobilzulieferer, Elektrotechnik, Anlagen, Komponenten, Produktion. Wenn dieser Sektor nicht mehr an Wachstum glaubt, ist das kein Konjunkturkratzer. Es ist ein Standorturteil.
Laut Gesamtmetall-Umfrage unter gut 1000 Firmen wollen 25 Prozent der Unternehmen im laufenden Jahr ihre Produktion senken. 44 Prozent wollen ihre Ausgaben kappen. Rund vier von zehn Firmen rechnen mit sinkender Beschäftigung im eigenen Betrieb. Nur 13 Prozent gehen von Jobaufbau aus. Das ist die Sprache einer Industrie, die nicht nach vorne marschiert, sondern die Defensive organisiert.
Besonders bitter: Die Abwanderungslogik ist längst Teil der Planung. Rund 31 Prozent der Betriebe planen höhere Investitionen im Ausland, 32 Prozent erwarten, im Ausland Arbeitsplätze aufzubauen. Das ist genau der Punkt, an dem politische Sonntagsreden über den Industriestandort Deutschland hohl klingen. Unternehmen stimmen nicht mit Pressemitteilungen ab, sondern mit Investitionen.
Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander bringt es laut n-tv auf den Punkt: Deutschland sei preislich nicht mehr wettbewerbsfähig, Investitionen am Standort seien nicht mehr attraktiv. Gegenüber 2019 gingen in der Branche fast 320.000 Arbeitsplätze verloren, allein im April waren es rund 103.000 Beschäftigte weniger als ein Jahr zuvor. Diese Zahlen sind keine Stimmungsmache. Sie sind die Quittung für Energiepreise, Bürokratie, Abgabenlast, Regulierung und politische Planungsunsicherheit.
Während die Politik ständig neue Transformationsziele ausgibt, verschwindet die industrielle Basis, die diese Transformation überhaupt bezahlen soll. Wer Unternehmen mit Kosten, Berichtspflichten und ideologischen Vorgaben überzieht, darf sich nicht wundern, wenn Produktion dorthin wandert, wo Strom, Steuern und Regeln kalkulierbarer sind. Der Staat kann Arbeitsplätze nicht herbeireden, die er vorher aus dem Land reguliert.
Die Warnung der Metall- und Elektroindustrie ist deshalb ein Fiebermesser für Deutschland. Wenn der stärkste Industriezweig Investitionen kappt, Jobs abbaut und ins Ausland blickt, dann geht es nicht um schlechte Laune in Chefetagen. Dann bricht ein Versprechen weg: dass Arbeit, Technik und Produktion in diesem Land noch eine Zukunft haben. Genau darüber müsste die Regierung reden, statt immer neue Zumutungen in hübsche Reformbegriffe zu verpacken.







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