Ein Gericht in Manhattan hat OpenAI gezwungen, sage und schreibe 20 Millionen ChatGPT-Unterhaltungen an die New York Times und andere Verlage auszuhändigen. Offiziell geht es um ein Copyright-Verfahren, in Wahrheit ist es ein Frontalangriff auf jede Form digitaler Vertraulichkeit. Die Richterin spricht von „Schutzmaßnahmen“, doch jeder weiß, dass diese Art von Anonymisierung kaum mehr ist als ein Feigenblatt. Moderne Datenanalyse macht es möglich, Menschen anhand weniger Textschnipsel wiederzuerkennen – Stil, Kontext, Wortwahl, alles wird zur verräterischen Spur. Wer glaubt, dass intime Gedanken, Gesundheitsfragen oder berufliche Interna in einem Chatbot sicher seien, wird nun brutal eines Besseren belehrt.
Die Dimension der Herausgabe ist beispiellos. Diese Daten umfassen Millionen privater Gespräche, in denen Nutzer Dinge formuliert haben, die sie niemals öffentlich sehen wollten. Trotzdem werden diese Dialoge nun vervielfältigt, verteilt, ausgewertet – je mehr Hände sie durchlaufen, desto größer wird die Angriffsfläche für Missbrauch. Selbst OpenAI warnte vor „vernachlässigten Sicherheitsstandards“, doch das Gericht winkte alles durch. Damit ist klar: Sobald die Justiz Zugriff will, spielt Privatsphäre keine Rolle mehr. Wer seine Daten an einen KI-Dienst sendet, sollte sich nicht mehr einreden, sie blieben dort. Was einmal existiert, kann jederzeit herausgepresst, kopiert oder offenbart werden – ganz gleich, welche Versprechen vorher gegeben wurden.
Dieser Fall zeigt, wie schnell aus angeblich „harmloser“ Beweisbeschaffung ein Türöffner für Massenüberwachung wird. Heute sind es 20 Millionen ChatGPT-Chats, morgen betrifft es jede Plattform, jeden Messenger, jeden Dienst, der Daten speichert. Der Glaube an digitale Intimsphäre war ohnehin fragil. Jetzt ist er endgültig zerbrochen. Chatbots wirken freundlich, neutral, praktisch – aber sie merken sich alles. Und sobald ein Gericht ruft, wandert auch das Privateste in fremde Hände. Wer jetzt noch denkt, seine Chats seien sicher, hat nicht verstanden, wie wenig Schutz die digitale Welt uns tatsächlich bietet.
Quelle: Reclaim The Net, „Court Forces OpenAI to Hand Over 20 Million ChatGPT Chats“



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