Familiennachzug läuft weiter: Über 43.000 Visa in nur fünf Monaten

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Symbolbild: Warteschlange vor einer Ausländer- oder Visastelle
Symbolbild: F-News / KI

Die Bundesregierung legt neue Zahlen zum Familiennachzug vor. Laut Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 bereits 7.946 Visa zum Ehegattennachzug zu deutschen Staatsbürgern und 35.793 sonstige Visa zum Familiennachzug erteilt. Das ergibt zusammen 43.739 Visa in nur fünf Monaten. Die Angaben stehen in der Bundestagsdrucksache 21/6879.

Schon 2025 lag die Größenordnung erheblich höher: 17.823 Visa zum Ehegattennachzug zu deutschen Staatsbürgern und 92.565 sonstige Visa zum Familiennachzug wurden erteilt. Allein diese beiden Posten summieren sich auf 110.388 Visa. In der Drucksache wird zudem für 2025 und Januar bis Mai 2026 zusammen eine Gesamtzahl von 128.358 Visa nach statistischer Zuordnung genannt, darunter 67.831 zum Ehegattennachzug zu Drittstaatsangehörigen und 54.882 zum Kindernachzug.

Die wichtigsten Staatsangehörigkeiten zeigen, wo der Nachzug besonders stark wirkt. Beim Ehegattennachzug zu deutschen Staatsbürgern lagen 2025 Syrien mit 4.748 Visa und die Türkei mit 4.264 Visa vorn. Bei den sonstigen Visa zum Familiennachzug führte die Türkei mit 18.973 Visa vor Indien mit 14.121, Kosovo mit 13.192 und Syrien mit 12.329.

Hinzu kommen die Aufenthaltstitel aus familiären Gründen. Zum Stichtag 31. Mai 2026 waren im Ausländerzentralregister 170.699 Drittstaatsangehörige erfasst, die im Jahr 2025 erstmals einen Aufenthaltstitel aus familiären Gründen erhalten hatten. Davon entfielen 39.330 auf Angehörige deutscher Staatsangehöriger und 131.369 auf Angehörige von in Deutschland aufhältigen Drittstaatsangehörigen. Von Januar bis Mai 2026 kamen weitere 52.841 entsprechende Erstteilungen hinzu.

Auch der Nachzug zu Schutzberechtigten bleibt ein Faktor. Bis Ende Mai 2026 wurden im erfragten Zeitraum insgesamt 18.570 nationale Visa an Angehörige von Schutzberechtigten erteilt. Syrien stellte davon mit 9.338 Visa rund die Hälfte, gefolgt von der Türkei mit 3.432 und Afghanistan mit 1.389. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass ein Großteil dieser Visa vor der Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten erteilt wurde.

Die Antwort enthält zudem eine bemerkenswerte Leerstelle: Die Zahl der Antragstellungen wird statistisch nicht erfasst. Man weiß also, wie viele Visa erteilt und wie viele abgelehnt wurden, aber nicht, wie groß der laufende Druck durch neue Anträge tatsächlich ist. Für 2025 nennt die Bundesregierung 21.265 abgelehnte Visa zum Familiennachzug, für Januar bis Mai 2026 weitere 9.126 Ablehnungen.

Politisch wird der Familiennachzug gern als Randthema behandelt. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Während die Regierung von Migrationssteuerung redet, läuft über Familiennachzug, Aufenthaltstitel und Statuswechsel weiter ein massiver Zuzug in die ohnehin überlasteten Kommunen. Wer Wohnungen, Schulen, Kitas, Bürgerämter und Sozialkassen ehrlich betrachtet, kann diese Dimension nicht als bloße Verwaltungssache abtun.

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