Die Unfallbilanz der E-Scooter verschärft sich dramatisch. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei in Deutschland 16.496 Unfälle mit Personenschaden – 38,1 Prozent mehr als 2024. Dabei starben 38 Menschen, im Vorjahr waren es 27. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.
1.895 Menschen wurden schwer und 16.184 leicht verletzt. Mehr als die Hälfte der verunglückten E-Scooter-Fahrer war jünger als 25 Jahre. Besonders alarmierend: 822 Verunglückte fuhren als verbotene zweite Person auf einem Roller mit. E-Scooter sind laut Straßenverkehrsordnung ausschließlich für eine Person zugelassen.
Die häufigste registrierte Unfallursache war mit 21,6 Prozent die falsche Benutzung von Fahrbahn oder Gehweg. In 10,9 Prozent der Fälle stellte die Polizei Alkoholeinfluss fest, deutlich häufiger als bei Fahrradfahrern. Nicht angepasste Geschwindigkeit folgte mit 8,4 Prozent. Bei Unfällen mit zwei Beteiligten trugen E-Scooter-Fahrer in gut der Hälfte der Fälle die Hauptschuld. Bei Zusammenstößen mit Fußgängern lag ihr Anteil sogar bei 88,7 Prozent.
Das Problem konzentriert sich auf die Städte: 49,1 Prozent der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich in Großstädten mit mindestens 100.000 Einwohnern. Fast ein Drittel aller Unfälle waren Alleinunfälle. Von den 33 tödlich verunglückten Rollerfahrern starben 16 ohne Beteiligung eines weiteren Verkehrsteilnehmers.
E-Scooter machen zwar weiterhin nur 5,5 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden aus. Doch dieser Anteil lag 2024 noch bei 4,1 Prozent. Die Richtung ist eindeutig: Eine als flexible, moderne E-Mobilität verkaufte Verkehrsidee entwickelt sich zunehmend zum Sicherheitsproblem. Mindestalter 14 Jahre, kein Führerschein, massenhafte Leihangebote und kaum sichtbare Kontrollen passen nicht mehr zu einer Bilanz mit fast 16.500 Unfällen, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden.
Kommunen und Anbieter dürfen die Verantwortung nicht länger zwischen sich herschieben. Nötig sind konsequente Kontrollen gegen Alkoholfahrten, Gehweg-Raserei und verbotene Mitfahrer sowie klare Abstell- und Fahrregeln. Wer E-Scooter in die Städte stellt und daran verdient, muss auch für mehr Sicherheit sorgen. Der bequeme Verweis auf die Eigenverantwortung reicht bei einem Unfallanstieg von 38 Prozent nicht mehr.



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