Ein 35-jähriger islamischer Religionslehrer und Erzieher aus einem muslimischen Schülerwohnheim im baden-württembergischen Giengen an der Brenz steht seit Mittwoch vor dem Landgericht Ellwangen – angeklagt wegen schweren sexuellen Missbrauchs an acht minderjährigen Jungen in 26 Fällen, darunter Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzung, wie die Schwäbische Zeitung berichtet.
Der Angeklagte nutzte laut Anklage seine Stellung als sogenannter „Hodscha“ – ein islamischer Ehrentitel für einen respektierten Glaubenslehrer – gezielt aus, um Macht über die auf ihn angewiesenen Schutzbefohlenen zu erlangen. Unter dem Vorwand von Filmabenden soll er Jungen ab zwölf Jahren in sein Büro gelockt haben, um sie dort zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Sätze wie „Du bleibst hier, ich bin dein Hoca, du musst das machen“ finden sich in der verlesenen Anklageschrift.
Die körperliche Gewalt war dabei kein Nebenprodukt, sondern offenbar Methode: Der Angeklagte soll mehrere Jugendliche gewürgt und ihnen die Atemwege abgedrückt haben – laut Staatsanwältin Alexandra Henning, um „die Kinder spüren zu lassen, dass er Macht über sie hat“. In einem Fall verlor ein Junge das Bewusstsein. In einem anderen Vorfall soll er einen Schüler in den Schwitzkasten genommen und ihn bei jeder falschen Antwort einer Kopfrechenaufgabe gewürgt haben. Für die Qualen der Kinder zeigte der Mann laut Anklage keinerlei Reue – im Gegenteil: Er soll sich daran belustigt haben.
Das Schülerwohnheim ist nach Bekanntwerden der Vorfälle geschlossen worden, der Angeklagte erhielt Hausverbot und wurde gekündigt. Dennoch: Die Taten sollen sich über die Jahre 2023 und 2024 erstreckt haben – lange genug, um acht Opfer zu hinterlassen, deren Familien nach eigenen Angaben bis heute fassungslos sind. „Meine Eltern waren sehr traurig, sie haben geweint, sie waren erschüttert“, sagte der Bruder eines Betroffenen vor Gericht.
Am ersten Verhandlungstag legte der Angeklagte ein weitreichendes Teilgeständnis zu den Sexualvorwürfen ab – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Urteil könnte im Mai fallen. Für den Prozess sind sieben weitere Verhandlungstage angesetzt.
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