Während sich die Lage im Iran dramatisch zuspitzt und das islamische Regime unter massivem inneren und äußeren Druck steht, erleben alte Prophezeiungen eine erstaunliche Renaissance. Besonders eine Weissagung sorgt derzeit für Aufsehen – niedergeschrieben vor Jahrzehnten von einer deutschen Seherin, deren Name heute fast vergessen ist: Madame Buchela.

In ihrem Buch Ich aber sage euch (1983) schildert Buchela eine Begegnung mit einem Gesandten aus dem Umfeld des gestürzten Schahs von Persien. Die Passage liest sich heute wie ein düsteres Drehbuch für die Gegenwart. Sie spricht vom Tod des Herrschers, vom Exil, vom Vermögen, das dem erstgeborenen Sohn zufallen soll – und vor allem von dessen späterer Rückkehr in ein blutgetränktes Land.

Buchela beschreibt, dass „das Fleisch des Verstoßenen“ – also der Sohn des Schahs – eines Tages als letzte Hoffnung erscheinen werde. Das Volk werde ihn rufen, ihn ehrenvoll geleiten und in ihm denjenigen sehen, der den Bruderkrieg beendet. Tatsächlich lebt mit Reza Pahlavi bis heute der Sohn des letzten Schahs im Exil und positioniert sich seit Jahren als mögliche Übergangsfigur für einen Iran nach den Mullahs.

Besonders brisant ist eine weitere Passage: Buchela sagt voraus, dass auch die Mutter dieses Sohnes den Sturz des Regimes noch erleben werde. Farah Diba, die Witwe des Schahs, lebt tatsächlich noch – zurückgezogen, aber symbolisch präsent. Genau dieses Detail lässt viele Anhänger von einer ungewöhnlich präzisen Schau sprechen.

Doch Buchelas Prophezeiung endet nicht mit Erlösung. Im Gegenteil. Der zurückkehrende Sohn sei „weich“, gütig, beliebt – aber ohne Rückgrat. Er werde König sein, aber kein Herrscher. Es werde ihm nicht gelingen, Frieden zu erzwingen oder sich gegen seine Feinde durchzusetzen. Am Ende werde auch er verjagt. Der Preis: Millionen Tote, jahrelange Gewalt, regionale Kriege und eine Destabilisierung weit über die Grenzen des Iran hinaus.

Buchela zeichnet ein Bild eines Landes, das sich spaltet, von Blut zusammengehalten wird und zum dauerhaften Unruheherd der Region wird. Zwei Mächte, zwei Häupter, Bruder gegen Bruder – eine Vision, die erschreckend gut zu den heutigen geopolitischen Spannungen passt.

Ob Vision, Interpretation oder Zufall – die Iran-Passage aus „Ich aber sage euch“ gehört zu den konkretsten geopolitischen Prophezeiungen der deutschen Wahrsageliteratur. In einer Zeit, in der Geschichte scheinbar alte Drehbücher wieder aufnimmt, wirkt Buchelas Text weniger wie Mystik – und mehr wie ein dunkler Spiegel der Gegenwart.

Als Rettung wird ihnen das Fleisch des Verstoßenen erscheinen,
und sie werden ihn geleiten in allen Ehren,
dass er über ihnen ihren Streit ende und sie wieder ein Volk sein werden.

Er wird ihrem Rufe folgen und kommen.
Aber er wird kein eigenständiger Herrscher sein,
der dem Land seinen Willen und den Frieden aufzwingt.

Er ist weich.
Er wird so gütig und lieb sein, dass sie ihn alle mögen –
aber er wird kein Rückgrat haben,
all seinen Feinden die Stirn zu bieten.

Er wird der König,
aber nicht der Herrscher des Volkes sein.

Er wird ob seiner Schwächen verjagt werden.

Ein anderer wird sich zu der Majestät aufschwingen.

Nicht nur Hunderttausende –
Millionen werden bis dahin blutig zu Tode gekommen sein.

Seine Mutter wird diese Tage noch erleben.“**

— Madame Buchela, „Ich aber sage euch“ 

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