Jetzt trifft es auch BMW. Der Münchner Autobauer will weltweit rund 8.000 Stellen abbauen. Damit erfasst die Beschäftigungskrise den nächsten deutschen Industriekonzern, der lange robuster dastand als Volkswagen, Mercedes-Benz und zahlreiche Zulieferer.
BMW plant, die weltweite Belegschaft bis Ende 2026 um bis zu fünf Prozent zu verkleinern. Bei knapp 155.000 Beschäftigten entspricht das rund 7.700 Stellen. In den Berichten wird deshalb von etwa 8.000 Arbeitsplätzen gesprochen. Der Abbau soll über natürliche Fluktuation, auslaufende Beschäftigungsverhältnisse und ein freiwilliges Abfindungsprogramm erfolgen.
Mehr als die Hälfte der BMW-Beschäftigten arbeitet in Deutschland. Das Abfindungsprogramm soll von Oktober 2026 bis Ende 2027 laufen und sich an Mitarbeiter außerhalb der direkten Produktion richten. Eine genaue Verteilung des Abbaus auf Länder und Standorte liegt bislang nicht vor. Fest steht jedoch: Auch in Deutschland werden Stellen verschwinden.
Der Konzern hatte im Juni seine Prognose für 2026 gesenkt und eine Verschärfung der Sparmaßnahmen angekündigt. Belastet wird BMW unter anderem durch die Schwäche auf dem chinesischen Markt, hohe Kosten und den schwierigen Umbau der Modellpalette. Es war bereits die dritte Gewinnwarnung innerhalb von drei Jahren. Schon 2025 sank die Zahl der Beschäftigten um rund 3.000, vor allem in Deutschland und China.
BMW spricht nicht von einer klassischen Entlassungswelle. Für die Betroffenen ändert die gewählte Formulierung wenig. Ein Arbeitsplatz, der nach einer Verrentung nicht neu besetzt wird, ist ebenso verschwunden wie eine Stelle, die über eine Abfindung aufgegeben wird. Der Abbau erfolgt geräuschärmer, aber er bleibt Abbau.
Die Münchner stehen damit in einer immer längeren Reihe. Volkswagen, Mercedes-Benz, Porsche, Bosch, ZF und weitere Zulieferer bauen Personal ab oder haben entsprechende Programme angekündigt. Aus einzelnen Sparrunden wird eine breite Erosion der industriellen Beschäftigung.
Die deutsche Autoindustrie kämpft gleichzeitig mit schwacher Nachfrage, dem Einbruch in China, hohen Energie- und Standortkosten, politischen Vorgaben und milliardenteuren Investitionen in neue Antriebe. Unternehmen reagieren darauf mit Produktionsverlagerungen, Kostensenkungen und weniger Personal. Die Rechnung zahlen Beschäftigte und Regionen, deren Wohlstand an den Werken und ihren Zulieferern hängt.
Bei BMW fallen die Arbeitsplätze nicht mit einem großen Knall weg. Sie verschwinden über Monate und Jahre aus den Personalplänen. Genau das macht die Entwicklung so gefährlich: Der industrielle Verlust wird verwaltet, bis aus Tausenden gestrichenen Stellen eine neue Normalität geworden ist.
Quellen: t-online, Reuters-Bericht und BMW Group zur Prognoseänderung.



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