Der Bitcoin ist schwach in die neue Handelswoche gestartet. Laut Berichten von Reuters und Kursdaten der Plattform Bitstamp rutschte der Preis in der Nacht zum Montag unter die Marke von 92.000 US-Dollar. Am Vorabend hatte die größte Kryptowährung der Welt noch deutlich über 95.000 Dollar notiert – ein abrupter Dämpfer für all jene, die Bitcoin gern als „digitales Gold“ verkaufen.
Auslöser der Bewegung ist einmal mehr die Politik. Die jüngste Eskalation im Streit um Grönland, kombiniert mit neuen US-Zolldrohungen, sorgt an den Märkten für Nervosität. Investoren suchen verstärkt klassische „sichere Häfen“ – Staatsanleihen, Gold, Dollar. Bitcoin fällt dabei durchs Raster. Zu groß scheint das Risiko, zu unklar die Rolle der Kryptowährung in geopolitischen Krisen.
Das Narrativ vom krisenfesten Wertaufbewahrungsmittel bekommt damit erneut Risse. Während Gold von Unsicherheit profitiert, wird Bitcoin weiterhin wie ein Tech-Asset behandelt: Steigt die Angst, fällt der Kurs. Das zeigt, wie stark die Kryptowährung noch immer von der allgemeinen Risikostimmung abhängt – trotz begrenzter Menge und inflationstheoretischer Argumente.
Gleichzeitig darf man den Rücksetzer nicht überdramatisieren. Ein Fall von gut drei Prozent ist für Bitcoin fast schon Alltag. Nach der starken Rally der vergangenen Monate wirkt die Bewegung eher wie eine gesunde Korrektur als wie der Beginn eines Crashs. Entscheidend wird sein, ob die Zone um 90.000 Dollar hält – oder ob Panikverkäufe den Abwärtstrend beschleunigen.
Unterm Strich bleibt Bitcoin das, was er derzeit ist: kein sicherer Hafen, sondern ein politisch sensibles Hochrisiko-Asset. Wer Stabilität sucht, greift zu Gold. Wer auf das Versagen der Geldpolitik wettet, bleibt im Markt. Aber eines ist klar: Sobald Washington mit Zöllen droht, zittern selbst die härtesten Krypto-Bullen.



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