Eine Grundschule in Berlin-Friedrichshain sieht sich offenbar nicht mehr in der Lage, die Situation rund um ihre Schüler selbst zu kontrollieren. Wie die Berliner Zeitung B.Z. berichtet, hat die Jane-Goodall-Grundschule einen offenen Brief an Anwohner verschickt und darin auf Konflikte zwischen Schülern und Passanten hingewiesen. Die Nachbarschaft wird darin aufgefordert, bei Problemen im Zweifel die Polizei einzuschalten.

Laut der Berichterstattung kommt es in der Umgebung der Schule immer wieder zu Auseinandersetzungen, Alkohol- und Drogenkonsum, Sachbeschädigungen sowie einem „Klima der Angst“. Gleichzeitig verweist die Schule darauf, dass die sogenannte Schulzone vor dem Gebäude ein öffentlicher Raum sei und deshalb nicht zum Schulgelände gehöre.

Der bildungspolitische Sprecher der AfD-Hauptstadtfraktion, Tommy Tabor, sieht darin ein deutliches Zeichen für ein grundlegendes Problem:
„Wenn eine Grundschule die Nachbarschaft faktisch auffordert, bei Problemen mit ihren eigenen Schülern die Polizei zu rufen, offenbart das ein massives Ordnungs- und Autoritätsproblem. Gewalt, Drogenkonsum und Respektlosigkeit dürfen weder auf dem Schulhof noch im Kiez toleriert werden. Hier zeigt sich das Scheitern einer Politik, die Konflikte verharmlost und Konsequenzen scheut.“

Nach Angaben der B.Z. wurde die Schulzone im Jahr 2025 vom grün geführten Bezirksamt eingerichtet. Autos dürfen dort nicht mehr durchfahren, stattdessen wurden Poller, Blumenkübel, Bänke und eine Tischtennisplatte aufgestellt. Anwohner berichten jedoch, dass sich die Lage dadurch nicht beruhigt habe – im Gegenteil: Gruppen würden sich dort aufhalten, es werde gefeiert, Müll liege herum und es komme immer wieder zu Konflikten.

Tabor kritisiert die Maßnahme deutlich:
„Die sogenannte Schulzone hat die Situation nach Einschätzung der AfD-Hauptstadtfraktion nicht verbessert. Statt symbolpolitischer Maßnahmen brauche es klare Zuständigkeiten und konsequente Durchsetzung bestehender Regeln.“

Die AfD-Hauptstadtfraktion fordert deshalb mehrere Maßnahmen, darunter den Rückbau wirkungsloser Projekte, eine stärkere Polizeipräsenz im Umfeld von Brennpunktschulen, konsequente Schulverweise und Strafanzeigen bei Gewalt und Vandalismus sowie eine verbindliche Einbindung der Eltern.

„Schüler haben ein Recht auf Bildung in einem sicheren Umfeld. Anwohner haben ein Recht auf öffentliche Ordnung. Der Staat muss beides gewährleisten. Wegsehen und Verantwortungsdiffusion verschärfen die Lage“, so Tabor.

Die Berliner Bildungsverwaltung spielt das Problem nach Angaben der B.Z. bislang herunter und spricht lediglich von vereinzelten Spannungen zwischen Schülern und Anwohnern.

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