In Brandenburg geht endgültig das Licht aus – zumindest in einer der traditionsreichsten Produktionsstätten des Landes. Die SPD-Landesregierung schaut tatenlos zu, wie die einst größte Fleischfabrik Europas dichtmacht. Auch die CDU, die sich als künftiger Koalitionspartner in Stellung bringt, zeigt keinerlei Ambitionen, die Schließung zu verhindern. 500 Beschäftigte der traditionsreichen „Eberswalder Wurstwaren“ in Britz (Barnim) verlieren zum 1. März 2026 ihren Arbeitsplatz – abgespeist mit einer Abfindung, die viele als Schlag ins Gesicht empfinden. Dann steht das Werk still. So heißt es in einer Mitteilung der AfD.
Der AfD-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der AfD Barnim kritisiert, dass bereits vor einem Monat öffentlich auf die Werksschließung hingewiesen wurde – geschehen sei seitens der Landesregierung nichts. Explodierende Energiepreise, steigende Logistikkosten, höhere Löhne und teure Rohstoffe würden den Standort Deutschland zunehmend unattraktiv machen. Hinzu kämen billigere Importe aus dem Ausland, die heimische Produzenten weiter unter Druck setzten. Die Zur-Mühlen-Gruppe, zu der das Werk gehört, schweige bislang zu den Hintergründen.
Die AfD fordert einen politischen Kurswechsel: Stärkung der regionalen Wirtschaft, Sicherung von Arbeitsplätzen, bezahlbare Energie für Unternehmen und ein Ende dessen, was als „linksgrüner Wahnsinn“ bezeichnet wird. Ziel sei es, ostdeutsche Betriebe zu erhalten und traditionelle Produktionsstandorte zu schützen.
Auch Landratskandidat Matthäus Mikolaszek meldet sich zu Wort. Das Werk der „Eberswalder Wurst“ sei über Jahrzehnte Teil der regionalen Wirtschaftskultur gewesen. Der Wegfall von rund 500 Arbeitsplätzen treffe die Region hart. Die Bemühungen der Industrie- und Handelskammer, den Standort zu retten, begrüße er ausdrücklich. Nun seien auch kommunale Vertreter gefordert, gemeinsam mit der IHK bessere Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Arbeitnehmer zu schaffen.
In Britz bleibt vorerst die bittere Realität: Ein weiterer Traditionsbetrieb verschwindet – und mit ihm hunderte Arbeitsplätze in Ostdeutschland.



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