Zum Jahresende 2024 sind nach mehr als 197 Millionen Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland insgesamt 350.868 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet worden, darunter 63.909 Fälle, die laut Arzneimittelgesetz als schwerwiegend eingestuft werden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor, wie aus der Bundestagsdrucksache 21/4024 hervorgeht.

Die Zahlen basieren auf Daten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Gleichzeitig betont die Bundesregierung, dass es sich bei diesen Meldungen um Verdachtsfälle handele. Unerwünschte Reaktionen seien meist in zeitlicher Nähe zur Impfung aufgetreten, jedoch nicht zwingend durch den Impfstoff verursacht worden. Die Erfassung diene dazu, mögliche Risikosignale frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Risikominimierung zu ergreifen.

Brisant ist vor allem die absolute Zahl: Mehr als ein Drittel Million gemeldeter Verdachtsfälle in einem Land – bei einer Impfkampagne, die als alternativlos und sicher beworben wurde. 63.909 davon gelten als schwerwiegend. Dennoch weist die Bundesregierung darauf hin, dass die reine Anzahl der Meldungen keinen Rückschluss auf die tatsächliche Häufigkeit bestätigter Nebenwirkungen zulasse. Auch lasse sich aus der Melderate nicht ableiten, bei wie vielen Ereignissen tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung bestehe.

Die Bundesregierung verweist zudem darauf, dass die Sicherheitsüberwachung nicht nur national, sondern auf europäischer Ebene durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) erfolge. Ein isolierter Blick auf deutsche Daten sei aus wissenschaftlicher Sicht nicht ausreichend.

Fest steht: Die Datenlage ist umfangreich, die Bewertung bleibt komplex – und die Debatte über Nutzen, Risiken und Transparenz der Impfkampagne wird damit nicht verstummen.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Entdecke mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen