Was für Bankkunden eigentlich als unmöglich erscheint, nähert sich 2026 sehr praktisch der Realität.
Banken gelten als sicher. Als Bollwerk. Als Ort, an dem Geld nicht verschwindet, sondern verwahrt wird. Doch dieses Bild bröckelt gewaltig. Die Wahrheit ist schlicht und unbequem:
Die Banken haben sich verzockt.
Viel Geld verdienen Banken heute nicht mehr mit Sparbüchern oder Girokonten. Dort ist kaum noch etwas zu holen. Die großen Gewinne entstehen anderswo: im Aktienhandel, bei Kurswetten – und bei Edelmetallverträgen, also bei Gold und Silber.
Was für Kunden nach einer soliden Wertanlage klingt, ist für Banken oft ein riskantes Spiel mit festen Versprechen und offenem Ausgang. Wie dieses Spiel funktioniert – und warum es gefährlich ist – lässt sich an einem einfachen Beispiel erklären.
Ein Beispiel:
Stellen wir uns eine große Bank vor. Keine Namen. Einfach „die Bank“.
Schritt 1: Die Bank verkauft Lieferverträge (Edelmetallkontrakte).
Im Jahr 2024 verkauft die Bank sogenannte Lieferverträge mit festem Termin und festem Preis.
Konkret (realistische Preise 2024):
– 10.000 Silber-Lieferverträge
Preis pro Vertrag: 20.000 Euro (entspricht ca. 28 USD/Unze Durchschnitt 2024)
Einnahmen: 200 Millionen Euro
– 10.000 Gold-Lieferverträge
Preis pro Vertrag: 70.000 Euro (entspricht ca. 2.389 USD/Unze Durchschnitt 2024, umgerechnet)
Einnahmen: 700 Millionen Euro
Zusammen kassiert die Bank sofort: 900 Millionen Euro.
Wichtig: Der Kunde zahlt sofort. Die Bank verspricht im Gegenzug:
„Am festen Termin – z. B. 15. Februar 2026 – liefern wir echtes Gold oder echtes Silber zu genau diesem Preis.“
Schritt 2: Die Bank kauft das Metall nicht
Kein Gold im Tresor. Kein Silber im Tresor.
Der Gedanke: „Gold und Silber steigen nicht stark. Wir kaufen später günstiger ein.“
Das ist keine Absicherung. Das ist eine Wette.
Schritt 3: Die Preise explodieren
Wir springen ins Jahr 2026 (Stand Ende Januar 2026, ca. 29. Januar):
– Silber: von ca. 28 USD/Unze (2024-Durchschnitt) auf ca. 117–118 USD/Unze → + ca. 320 %
– Gold: von ca. 2.389 USD/Unze (2024-Durchschnitt) auf ca. 5.500 USD/Unze → + ca. 130 %
Das heißt konkret (umgerechnet in Euro-Vertragswerte, bei aktuellem Wechselkurs ca. 1 EUR ≈ 1.19 USD):
– Ein Silbervertrag ist jetzt ca. 80.000 Euro wert (starke Schwankung: 75.000–85.000 Euro je nach Tag)
– Ein Goldvertrag ist jetzt ca. 155.000 Euro wert (Schwankung: 150.000–160.000 Euro)
Schritt 4: Was der Kunde am Stichtag verlangen kann
Am 15. Februar 2026 hat der Kunde ein klares Recht:
Möglichkeit 1: Lieferung des Metalls
Echtes Gold oder echtes Silber – zum alten Preis von 2024. Das Risiko trägt die Bank.
Möglichkeit 2: Auszahlung in Geld
Kann oder will die Bank nicht liefern, muss sie den aktuellen Marktwert auszahlen:
Beispiel Silber:
Kaufpreis 2024: 20.000 Euro
Marktwert 2026: 80.000 Euro
Auszahlung: 80.000 Euro (bei vielen Forward-/Future-ähnlichen Verträgen mit Barausgleich der volle Wert).
Beispiel Gold:
Kaufpreis 2024: 70.000 Euro
Marktwert 2026: 155.000 Euro
Auszahlung: 155.000 Euro (nicht nur die Differenz, sondern der volle aktuelle Wert – das volle Risiko liegt bei der Bank).
Schritt 5: Die Falle schnappt zu
Für die Bank macht es keinen Unterschied:
– Liefert sie Metall → muss sie es teuer einkaufen
– Zahlt sie Geld → überweist sie den vollen Marktwert
Sie hat aber nur den alten Preis kassiert.
Verlust pro Silbervertrag (Beispiel): ca. 60.000 Euro (bei 80.000 Euro Marktwert; Schwankung: 55.000–65.000 Euro)
Verlust pro Goldvertrag (Beispiel): ca. 85.000 Euro (bei 155.000 Euro Marktwert; Schwankung: 80.000–90.000 Euro)
Gesamtverlust (bei 20.000 Verträgen):
– Bei Silber: 10.000 × 60.000 Euro = 600 Millionen Euro
– Bei Gold: 10.000 × 85.000 Euro = 850 Millionen Euro
– Zusammen: ca. 1,45 Milliarden Euro (bei aktuellen Preisen; bei Schwankungen nach oben bis zu 1,6 Milliarden Euro, nach unten bis ca. 1,35 Milliarden Euro möglich – je nach exaktem Stichtag und Wechselkurs).
Und das war nur ein winziges Beispiel. Große Banken handeln mit Hunderttausenden oder Millionen solcher Kontrakte – dann gehen die Verluste schnell in die zig Milliarden.
Kann eine Bank daran pleitegehen?
Kurze Antwort: Ja.
Banken arbeiten mit wenig Eigenkapital. Solche Verluste fressen es blitzschnell auf. Fehlt Vertrauen → Kunden ziehen Geld ab → andere Banken leihen nichts mehr → Bank-Run. Ende.
Die bittere Wahrheit:
Gold und Silber sind nicht das Problem.
Das Problem ist ein System, das mehr verspricht, als es besitzt.
Solange die Preise ruhig bleiben, merkt niemand etwas. Steigen sie stark (wie 2025/2026 passiert), zeigt sich, wie dünn die Decke ist.
Oder ganz einfach:
Wer mehr Gold und Silber verkauft, als er liefern kann, spielt nicht Bank – er spielt Roulette mit dem Geld der Kunden.



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