UFOs salonfähig? Berliner Staatssekretärin pilgert ins Würzburger UFO-Forschungszentrum

Von Netzreporter — 08.04.2026 — Quelle: F-NEWS

Anfang April 2026 betrat eine Vertreterin der Bundesregierung Neuland – zumindest thematisch. Dr. Silke Launert (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, stattete dem Interdisziplinären Forschungszentrum für Extraterrestrik (IFEX) an der Universität Würzburg einen offiziellen Besuch ab – und gab dabei zu Protokoll, dass es durchaus Forschungsbedarf zu UAP (Unidentifizierten Anomalen Phänomenen) gebe, schreibt GreWi dazu.

Das IFEX ist keine Hinterhofbude für Verschwörungstheoretiker, sondern seit 2022 durch den Senat der Universität Würzburg offiziell anerkannte Forschungseinrichtung – und nach eigenen Angaben das einzige Universitätsinstitut weltweit, das UAP systematisch im akademischen Rahmen untersucht. Gegründet wurde es 2016 von Prof. Hakan Kayal, der seitdem immer wieder mahnt, dass Deutschland ohne politische Rückendeckung und Fördermittel im internationalen Vergleich ins Hintertreffen geraten wird.

Launerts Fazit nach dem Besuch klingt auf den ersten Blick unspektakulär: bessere Daten, mehr Vernetzung, gezielte Förderung. Fehlende Erklärungen bedeuteten nicht automatisch unbekannte Ursachen – aber man müsse genauer hinschauen. Klingt nach klassischem Politikersprech, ist aber für deutsche Verhältnisse tatsächlich ein kleines Signal. Denn bislang war UAP-Forschung hierzulande vor allem eines: politisch unberührbares Randgebiet, das man bestenfalls belächelte.

Der Besuch fiel in eine Phase, in der das Thema international längst aus der Schmuddelecke herausgetreten ist. Die USA haben unter politischem Druck Anhörungen im Kongress abgehalten, Whistleblower haben unter Eid von geborgenen Objekten nicht-menschlichen Ursprungs gesprochen, und selbst seriöse Fachzeitschriften veröffentlichen mittlerweile peer-reviewte Artikel zur UAP-Phänomenologie. In Deutschland hingegen hieß die offizielle Position lange: kein Kommentar, kein Geld, kein Interesse.

Launert selbst hat ihren Besuch via LinkedIn öffentlich gemacht – ein ungewöhnlicher Schritt für ein Thema, das in Berliner Ministeriumsfluren normalerweise so behandelt wird wie eine ansteckende Krankheit. Ob dem Besuch konkrete Fördermaßnahmen oder institutionelle Schritte folgen werden, ließ sie offen. Prof. Kayal und das IFEX warten seit Jahren darauf, dass ihre koordinierende Funktion als offizielles deutsches UAP-Untersuchungszentrum auch politisch gestützt wird – unter anderem durch Zugang zu Daten der Flugsicherung und eine verbindliche internationale Kooperation.

Bis dahin bleibt der Besuch einer Staatssekretärin das, was er ist: ein Anfang. Oder zumindest das erste Mal, dass Berlin überhaupt hingeschaut hat.

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