Donald Trump hat letzten Freitag den Autozoll auf EU-Fahrzeuge von 15 auf 25 Prozent angehoben – und damit nach Einschätzung von Paul Craig Roberts, ehemaliger US-Finanzstaatssekretär unter Reagan, schlicht das im Juli 2025 mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen getroffene Abkommen gebrochen.
Roberts, der Trump einst selbst Hoffnungen entgegenbrachte, nennt die Sache beim Namen: Trumps eigentliches Ziel sei nicht Handelsgerechtigkeit, sondern Jobklau. BMW, Mercedes und Porsche werden durch den 25-Prozent-Aufschlag im US-Markt erheblich teurer – und stehen damit vor einer simplen Rechnung: Entweder Marktanteile verlieren oder die Produktion in die USA verlagern. Wer in Amerika produziert, zahlt keinen Zoll. Wer verlagert, ersetzt deutschen Arbeitnehmer durch amerikanische. Deutsches Kapital, amerikanische Jobs – so funktioniert das Spiel.
Trumps offizieller Vorwand – die EU halte das Juli-Abkommen nicht ein – bleibt laut Roberts ohne jeden Beleg. Keine Nachrichtenagentur hat bisher Beweise dafür gemeldet. Wahrscheinlicher sei, dass der Zollaufschlag eine Strafe darstellt: für die Verweigerung von EU-Mitgliedsstaaten, ihren Luftraum für Trumps Iran-Feldzug freizugeben, oder für mangelnde europäische Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus.
Roberts zieht einen historischen Vergleich, der es in sich hat: Der Morrill-Zoll von 1861, ebenfalls zum Schutz nordamerikanischer Industrie gedacht, trieb elf Südstaaten aus der Union – mit der Folge des verlustreichsten Krieges in der amerikanischen Geschichte, der länger dauerte als der Zweite Weltkrieg. Zölle haben eine legitime Funktion, schreibt Roberts – aber sie kommen nie ohne politische Sprengkraft.
Die Frage, die Roberts am Ende stellt, ist unbequem: Produziert Trump mit seinen Zöllen, Sanktionen und Kriegen ein Gegengewicht, das Washington eines Tages nicht mehr beherrschen kann? Gefährdet er Amerika, indem er Bedrohungen aufbaut, die die Kräfte des Landes übersteigen?
Für Deutschland bleibt die Botschaft eindeutig: Washington betreibt Industriepolitik auf Kosten europäischer Arbeitnehmer – und Berlin reagiert bisher vor allem mit besorgten Lippenbekenntnissen.






Kommentare
2 Kommentare
Brüssel hat nichts zu melden und wenn man sie sich klauen lässt, Währenddessen die wilde Horte weiter durch’s Land zieht👈 Da würde ich mal nicht so viele Aktien mit Steuergeld zocken und mit Schreibpult Gesetzen daher kommen. 🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🔨👹
Volkswirtschaftslehre 1. Semester, darum wird es schnell vergessen!
Jedes Land ist für seine Bedürfnisabdeckung verantwortlich. Exporte sind nur dann ökonomisch sinnvoll, wenn das Importland, entweder die Güter nicht hat oder die Produkte nicht herstellen will.
Trump stiehlt keine Jobs, er holt den Arbeitsplatzdiebstahl der Exportländer zurück!
Es ist wie mit dem Geldsystem, die Ökonomie kann man getrost in die Wüste schicken, der gesunde Menschenverstand reicht völlig aus! Steuergeld existiert nicht, es existiert das Geldvolumen zur Abdeckung der Staatsquote, bereitgestellt vom Bankensystem als Gegenwert der Beschaffungsgrundleistung.
Herr Dr. Faustus, sind Sie derart Begriffsstutzig, dass Sie die Kausalität von Leistungspreis und bereitgestelltem Geldvolumen nicht verstehen können?