Im Schwyzer Dorf Siebnen formiert sich massiver Widerstand gegen ein geplantes islamisches Kulturzentrum mit Moschee – und der Konflikt entwickelt sich zunehmend zu einer Grundsatzfrage über Integration, Kontrolle und die schleichende Entstehung von Parallelgesellschaften. Wie der Blick berichtet, will die Albanisch-Islamische Gemeinschaft Altendorf das traditionsreiche Läuffer-Haus erwerben und dort eine Moschee einrichten. Die Standortgemeinde Schübelbach traut dem Projekt nicht und hat Beschwerde eingereicht.

Offiziell geht es um juristische Feinheiten, Genehmigungsfragen und mögliche ausländische Einflussnahmen. Inoffiziell jedoch steht weit mehr auf dem Spiel. Die Gemeinde will klären lassen, ob beim Immobilienkauf Personen oder Organisationen aus dem Ausland eine beherrschende Rolle spielen könnten. Genau diese Sorge trifft einen wunden Punkt. Denn in vielen europäischen Ländern begann die Entstehung abgeschotteter religiöser Milieus genau so: unauffällig, rechtlich sauber, politisch korrekt begleitet – bis die Realität vor Ort nicht mehr zu leugnen war.

Der Präsident der Albanisch-Islamischen Gemeinschaft, Sinan Sadriu, weist sämtliche Vorwürfe zurück. Die Finanzierung stamme ausschließlich aus der lokalen albanisch-schweizerischen Arbeiterklasse, es gebe weder staatliche Gelder noch ausländische Unterstützung. Das zuständige Volkswirtschaftsdepartement soll diese Darstellung stützen. Doch Vertrauen entsteht nicht durch bloße Versicherungen – schon gar nicht, wenn zentrale Fragen unbeantwortet bleiben. Denn während Zweifel und Sorgen wachsen, zieht sich Sadriu auffällig zurück. Mehrere Anfragen von Journalisten blieben unbeantwortet. Der Initiator gilt inzwischen als auf Tauchstation.

Auch die Gemeinde selbst vermeidet Klartext. Statt offen zu benennen, was viele Bürger umtreibt, flüchtet man sich in Verwaltungssprache und verweist auf laufende Verfahren. Ob man grundsätzlich gegen ein islamisches Kulturzentrum im Dorf ist, will niemand sagen. Doch genau dieses Schweigen verstärkt den Eindruck, dass die wahren Konfliktlinien nicht offen diskutiert werden dürfen. Die Angst vor Stigmatisierung lähmt die Debatte – während die Bevölkerung längst weiter ist.

In den Kommentarspalten und Gesprächen vor Ort dominieren ganz andere Themen: Verkehrsprobleme, Parkplatzmangel, aber vor allem die Sorge vor einer dauerhaften kulturellen Abgrenzung. Viele Anwohner befürchten, dass mit dem Kulturzentrum nicht nur ein Gebetsraum entsteht, sondern ein abgeschlossener sozialer Raum mit eigenen Regeln, eigenen Strukturen und wachsendem Einfluss. Der Begriff Parallelgesellschaft fällt immer häufiger – und er kommt nicht aus politischen Kampagnen, sondern aus dem Alltag der Menschen.

Der Fall Siebnen steht exemplarisch für ein Problem, das weit über die Gemeindegrenzen hinausreicht. Während Politik und Behörden beschwichtigen, erleben viele Bürger, wie Entscheidungen über ihr direktes Lebensumfeld ohne echte Mitsprache getroffen werden. Wo Transparenz fehlt und Kritik reflexhaft als intolerant abgestempelt wird, wächst der Widerstand. Und solange Verantwortliche schweigen oder abtauchen, bleibt der Eindruck bestehen, dass hier nicht nur ein Gebäude geplant wird – sondern eine Entwicklung, die später kaum noch rückgängig zu machen ist.

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