Der Verlag „Wörner-Medien“ legt mit dem Buch „Pulverfass Ukraine– Die Vorgeschichte“ ein Buch zu den Ereignissen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor. Die Autoren Roland Fritsche und Oleg Nikiforov, Letzterer hat sich bereits 2021 in dem Buch „Putin– gestern, heute und morgen – Russland auf dem Weg zu den Top-Nationen der Welt“, erschienen im Gerhard Hess Verlag, mit der Thematik ausführlich beschäftigt. Sie legen in diesem fast 300-seitigen Buch ausführlich die Gründe der andauernden „militärischen Sonderoperation“ Russlands dar. Inzwischen zu einem Konflikt geworden aus dem es keinen Ausweg, hin zu einem dauerhaften Frieden zu geben scheint. Um zu verstehen wie es soweit kommen konnte reicht es nicht den Verlauf des Krieges zu beschreiben, ein Blick in die Vergangenheit ist unumgänglich. Genau dies leisten die Autoren mit hohen Fachkenntnissen zu den historischen Hintergründen.

Historische Wurzeln 

Um die Gegenwart verstehen zu können gehen Fritzsche/Nikiforov ins 10. bis 12. Jahrhundert russischer Geschichte zurück, nicht um mit Begriffen von „Russischer Welt“ oder „Ukrainischer Welt“ ein jeweiliges Existenzrecht herzuleiten, das Unglück der heute bestehenden Spaltung damit zu vertiefen und die Menschen gegeneinander aufzubringen, sondern um herauszustellen, dass mit dem Kennen der gemeinsamen Geschichte des alten Russlands die Weichen auch auf Einheit und Koexistenz gestellt werden können. Die Autorenlegen  die Ereignisse der letzten 110 Jahre in den Mittelpunkt der Analyse. Sie konzentrieren sich deshalb im Weiteren auf Umbrüche nach der Auflösung der Sowjetunion, schließlich war die Ukraine als ein stabiler Staat erst im Rahmen der UDSSR entstanden, ihre Grenzen waren fließend und unterlagen immer verschieden politischen Einflüssen.

Vergessene Vorgeschichte

Mit den historischen Umbrüchen 1990/1991 wird die Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO als notwendige „Sicherheitsgarantie“ im Westen intensiv diskutiert. Deshalb ist neben den bilateralen Entwicklungen zwischen den beiden Staaten auch die damalige Rolle der NATO einer weitgehenden Analyse unterziehen. Das leisten die Autoren kenntnisreich, auch mit einer erforderlichen objektiven Sichtweise, indem sie in Ihrer professionellen Tiefenanalyse ein Verständnis beider Seiten versuchen zu ermöglichen. 

In den Voraussagungen des US- Politologen Zbigniew Brzezinski, „Die einige Weltmacht“, erschienen 1997, sehen sie den ausgedachten Plan des Westens die Ukraine dauerhaft und für immer in den Einflussbereich des Westens zu integrieren. „Ohne die Ukraine als Verbündeten oder Bestandteil Russlands verliert Moskau seien Status als eine europäische Großmacht“, so Brzezinski. Er plädierte für eine schnelle Mitgliedschaft in der EU und der NATO. Zugleich beschreibt er die Rückkehr der Ukraine unter die Kontrolle Russlands als eine Gefahr für den Westen. Diese Sichtweise wird von den Auroren zurückgewiesen und als ursächlich für die erfolgte Eskalation gesehen.

Behandelt wird die Situation am Vorabend des Krieges. Die fehlenden Instrumentarien zum Erhalt des Friedens führten letztlich zum Krieg und haben bis heute schwerwiegende Folgen für die russische und ukrainische Gesellschaft. 

Vorliegenden vertraglichen Vereinbarungen, Abkommen, auch Resolutionen der UN, werden ausführlich behandelt. Was geschah alles im Schlüsseljahr 2014? Wie kam Janukowitsch an die Macht, warum und wie wurde er gestürzt? Welche Rolle spielten dabei die verschiedenen Kräfte in Kiew? Die Ereignisse auf dem Maidan und auf der Krim werden ausführlich dargelegt. Einflussnahmen seitens des Westens heizten den Konflikt nachhaltend an. In ihren Analysen üben die Autoren mehrmals Kritik auch an der Politik Russlands, so an dem Ablauf der „militärischen Sonderoperation“, so „Das generelle Fazit lautet, dass das Hauptziel der Sonderoperation nicht erfüllt wurde und sich der Krieg in die Länge zieht.“ Inzwischen ist eine Situation eingetreten, die mit militärischen Mitteln wohl nicht zu lösen ist und das Potential für einen weltweiten Krieg haben. Trotz dieser scheinbar verfahrenen Lage, legen die Autoren ein Szenario dafür vor, „wie ein möglicher Weg zum Frieden“ aussehen könnte, dabei halten sie allerdings die Berücksichtigung die Vorschläge Russlands dafür unabdingbar.

>>> zum Buch „Pulverfass Ukraine- Die Vorgeschichte“

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