Nach der Silvesternacht meldet sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erneut mit altbekannten Forderungen: weniger Freiheit für alle, mehr Verbote – diesmal gegen privates Feuerwerk. GdP-Sprecher Benjamin Jendro erklärte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Zustände wie an Silvester dürften „niemals Normalität werden“. Die Lösung aus Sicht der Polizei: Pyrotechnik verbieten, Verkauf unterbinden, Bürger gängeln.
Dass Probleme an Silvester seit Jahren vor allem dort eskalieren, wo der Staat Kontrolle längst aufgegeben hat, bleibt unausgesprochen. Über Ursachen will man nicht reden – stattdessen über Böller. Remigration? Fehlanzeige. Konsequente Durchsetzung bestehenden Rechts? Kein Thema. Lieber ein pauschales Verbot für Millionen unbescholtener Bürger.
Besonders bemerkenswert ist dabei die historische Erinnerung: Dieselbe Polizei, die heute angeblich an Belastungsgrenzen stößt, hatte in den Corona-Jahren keinerlei Skrupel, friedliche Kritiker niederzuringen, Spaziergänger zu verfolgen, Rentner zu Boden zu stoßen und Demonstranten zusammenzuknüppeln – oft wegen Masken, Abständen oder bloßer Meinungsäußerung. Damals war Härte kein Problem, sondern Programm.
Heute hingegen heißt es: zu gefährlich, zu aufwendig, zu viel Stress. Also wieder ein Verbot. Wieder Kollektivhaftung. Wieder Symptombekämpfung statt Ursachenanalyse.
Der Staat traut sich nicht mehr an die Täter heran – also wird das Verhalten aller reguliert.



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