Der NDR hat im Rahmen des ARD-Kompetenzcentrums Verbraucher mehrere Backpapiere im Labor prüfen lassen – und stieß dabei auf PFAS-Belastungen, laut. Betroffen seien laut der Meldung Produkte der Marken ToppitsFredmann und Priva. Besonders hoch fiel der Befund beim Priva-Backpapier aus. Die im Labor nachgewiesenen Fluortelomeralkohole (FTOH) gelten als leichtflüchtige PFAS, die sich in der Raumluft verteilen können – und ihnen wird nachgesagt, Organe schädigen und möglicherweise krebserregend zu sein. Grenzwerte? Fehlanzeige.

Während die EU PFAS aufgrund ihrer extremen Langlebigkeit und Umweltbelastung zunehmend einschränkt, tauchen die “Ewigkeitschemikalien” weiterhin in Alltagsprodukten auf. Und das ausgerechnet dort, wo man sie am wenigsten erwartet: direkt im Kontakt mit Lebensmitteln.

Die Reaktionen der Hersteller fallen unterschiedlich aus. Melitta, verantwortlich für Toppits, zeigt sich verwundert und verweist auf eigene Laborprüfungen – die Dekra hingegen bezeichnet Teile dieser älteren Analysen inzwischen als „nicht mehr zeitgemäß“. Auch Fredmann weist die Befunde zurück und spricht von internen Tests ohne jegliche PFAS-Belastung. Netto, Anbieter der Marke Priva, erklärt, das Produkt werde ohne PFAS hergestellt – Spuren könnten aber „aus natürlichen Quellen“ stammen, etwa aus Holzfasern oder dem verwendeten Wasser.

Auch sogenannte Alternativen zeigen Schwächen: Silikon-Backmatten von TemuXavax und Kaiser sind zwar PFAS-frei, enthalten aber „flüchtige Stoffe“, also Rückstände aus Lösungsmitteln und Zusatzmitteln der Produktion. Laut Dekra können diese Stoffe ins Essen übergehen, wenn sie nicht ausreichend ausgetrieben wurden. Bei Xavax lag der Messwert sogar knapp über dem Grenzwert – bleibt aber wegen Toleranzspielräumen dennoch verkaufsfähig.

Die Hersteller geben sich betont gelassen und verweisen auf TÜV- und EU-Konformität, versprechen aber neue Prüfungen. Doch der Verbraucher bleibt mit der Frage zurück: Was darf eigentlich noch bedenkenlos in den Ofen?