Quadratisch, praktisch, pleite: Ritter Sport streicht 70 Stellen – erstmals in 110 Jahren

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Ritter Sport, milk chocolate bar
Openverse

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport zieht die Notbremse: Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, werden am Stammsitz im schwäbischen Waldenbuch rund 70 Stellen in der Verwaltung gestrichen – mehr als jede zehnte von etwa 600 Verwaltungsjobs. Es ist das erste Mal in der über 110-jährigen Unternehmensgeschichte, dass das Familienunternehmen zu solchen Mitteln greift.

Firmensprecher Thomas Seeger gibt sich zerknirscht, aber unmissverständlich: „Der Schritt fällt uns schwer, aber es geht nicht mehr anders. Wir wollen als Familienunternehmen handlungsfähig bleiben.“ Der Hintergrund ist bekannt: Ritter Sport ist trotz eines Umsatzsprungs auf 712 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr in die roten Zahlen gerutscht. Der Rohkakaopreis hatte sich infolge von Missernten in Westafrika zwischen Ende 2024 und Frühjahr 2025 auf bis zu 12.000 Euro pro Tonne mehr als vervierfacht – und das Unternehmen kauft auf Vorrat. „Da wir uns längerfristig eindecken, verarbeiten wir heute noch Schokolade, die wir zu höheren Preisen eingekauft haben“, so Seeger.

Dazu kommen gestiegene Kosten für Energie, Logistik und Verpackungen sowie eine spürbare Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Kein Wunder: Eine Tafel Schokolade kostete laut Statistischem Bundesamt im März vergangenen Jahres im Schnitt 71 Prozent mehr als noch 2020. Wer beim Discounter auf den Preis schaut, lässt die quadratische Markentafel eben liegen.

Der Abbau soll sozialverträglich erfolgen – Ritter Sport bedient sich einer Transfergesellschaft, die betroffene Mitarbeiter auffängt, Lohn bis zu einem Jahr weiterzahlt und Weiterqualifizierung anbietet. Betriebsbedingte Kündigungen schließt das Unternehmen dennoch nicht aus. Weltweit beschäftigt Ritter rund 1.900 Menschen, rund 1.000 davon in Waldenbuch.

Der Sprecher versichert, der Stellenabbau sei kein Auftakt zu weiteren Einschnitten. Er folge auf Jahre des Wachstums und des Stellenaufbaus im Zuge der Internationalisierung. Ob das Beruhigungspille oder Realität ist, wird die Entwicklung der Kakaopreise und das Kaufverhalten der Deutschen zeigen. Die Zeiten, in denen quadratisch, praktisch, gut als Selbstläufer funktionierte, sind jedenfalls vorbei.

Dieser Artikel wurde zuerst auf F-NEWS veröffentlicht.
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Kommentare

Ein Kommentar

  1. Dr.Faustus hat beschlossen und verkündet 👈

    Tja, Subwentioniert, Steuern… Rum drangsalieren… ☝️😡 Diese faulen Strunzmichel was sich Regierung nennt,bis in die Laube,vom verblödeten Rathaus… Justiz 🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🗡️🔨

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